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Politik

Krankenhäuser verzeichnen im Januar Erlösrückgang

Montag, 22. Februar 2021

/picture alliance,IPA, Marco Passaro

Berlin – Die Krankenhäuser in Deutschland haben im Januar 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat 1,8 Milliarden Euro weniger eingenommen. Das geht aus einer Umfrage zur aktuellen Finanzlage hervor, an der sich mehr als 1.000 Kliniken beteiligt hatten. Initiatoren sind die Deutsche Krankenhausgesell­schaft (DKG) und die 16 Landeskrankenhausgesellschaften.

„Die Politik muss die dramatische finanzielle Lage der Krankenhäuser zur Kenntnis nehmen und erken­nen, dass das reguläre Finanzierungssystem in dieser Ausnahmesituation nicht funktioniert“, sagte der designierte DKG-Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß.

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Aus den Rückmeldungen der Krankenhäuser geht hervor, dass 40 Prozent der Kliniken keine Ausgleichs­zahlungen erhalten haben. Aber auch bei den Kliniken mit Ausgleichzahlungen liegen die tatsächlichen Erlösverluste deutlich darüber. Die Zahlungen des Bundes gleichen die Einnahmenverluste nur zu etwa zwei Dritteln aus, hieß es.

Aktuell erhalten die Kliniken Hilfen, wenn in einem Kreis die Inzidenz über der Marke von 70 liegt. Dies sei zwar derzeit erfreulicherweise nur noch in 25 Prozent der Kreise der Fall. „Für die Kliniken mit ihren anhaltenden Einnahmeausfällen ergibt sich daraus die nicht tragbare Situa­tion, dass die Länder für 75 Prozent der Regionen keine Hilfen mehr zahlen dürfen“, sagte Gaß.

Dabei hätten alle Krankenhäuser Ein­nahmeprobleme wegen geringerer Belegung, unabhängig davon, ob sie an der Versorgung von COVID-19-Patienten beteiligt seien. Die Betten der Kliniken seien im Januar 2021 um rund ein Viertel weniger belegt gewesen als noch ein Jahr zuvor.

Gleichzeitig hätten nur noch 60 Prozent der Kliniken in den vergangenen Monaten Ausgleichszahlungen erhalten. Die übrigen Krankenhäuser würden trotz der hohen Einnahmeausfälle seit Oktober keinerlei Hilfen erhalten.

„Durch die rund 20 Prozent Erlösausfälle bei nahezu gleichbleibenden Kosten geht den Häusern Monat für Monat ein erhebliches Stück Liquidität verloren. Solange nicht eine finanzstarke Kommune oder ein großer Träger hinter den Kliniken stehen, geraten sie zwangsläufig in Zahlungsengpässe. Im schlimmsten Fall erleben wir, dass Kliniken, die gerade noch in der COVID-19-Versorgung unverzichtbar waren, nun schließen müssen“, so Gaß.

Gaß forderte, dass alle Krankenhäuser Liquiditätshilfen bekommen müssten. „Nur dann können die Krankenhäuser diese schwierige Situation überstehen.“ Im Gegenzug sollte ein Ganzjahresausgleich für die Krankenhäuser verpflichtend werden.

„Wer also Hilfen bekommt und dennoch durchschnittliche Erlöse erzielt, muss Rückzahlungen leisten. Wir wollen nicht mit der Gießkanne übers Land gehen“, erklärte Gaß. Die Krankenhäuser bräuchten aber jetzt Liquiditätshilfen, um Insolvenzen zu verhindern. Unter dem Strich müsse es mindestens einen Erlösausgleich von 85 Prozent geben, um die laufenden Kosten der Krankenhäuser auszugleichen.

Die AOK appellierte an die Politik, das Geld mit Augenmaß auszugeben. AOK-Bundesverbands-Chef Mar­tin Litsch wies auf die bishergen Erkenntnisse des Expertenbeirats zur wirtschaftlichen Lage der Kliniken hin. „Aus dem Bericht des Beirats zu den ersten drei Quartalen 2020 ist deutlich geworden, dass die deutschen Krankenhäuser im vergangenen Jahr sogar mehr Geld bekommen haben als 2019“, sagte er.

Auch die AOK-Leistungsausgaben für das vierte Quartal 2020 ließen den Schluss zu, dass für die statio­näre Versorgung ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt worden seien. Die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser in Deutschland stellt sich „demnach weiterhin robust dar“.

Der vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter einberufene Expertenbeirat kommt am kommenden Donnerstag (24. Februar) zu seiner nächsten Sitzung zusammen, um die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in der Coronapandemie unter die Lupe zu nehmen. © may/EB/aerzteblatt.de

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