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Ausland

Astrazeneca sorgt mit weniger Lieferungen in Italien für Ärger

Montag, 22. Februar 2021

/picture alliance, NurPhoto, Roberto Silvino

Rom – Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat weniger Coronaimpfdosen als vorge­sehen nach Italien geliefert und damit Unmut der Politik auf sich gezogen. Die Situation sei „inakzepta­bel“, sagte der Präsident der wirtschaftsstarken Region Lombardei, Attilio Fontana, gestern im Fernsehen. Italiens neuer Ministerpräsident Mario Draghi solle sich in Europa mehr Gehör verschaffen, um die Impfkampagne zu sichern.

Der Konzern hatte bereits im Januar angekündigt, im ersten Quartal des Jahres weniger Impfdosen nach Italien zu liefern als geplant und geriet damals schon in die Kritik. Wie aus einer Mitteilung des Unter­nehmens von vorgestern hervorgeht, will Astrazeneca nun bis Ende März 4,2 Millionen Dosen liefern. Die Regierung hatte mit acht Millionen Dosen für die ersten drei Monate gerechnet.

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Mit einer Lieferung am vergangenen Freitag bekam Italien nach Angaben des Unternehmens sieben Prozent weniger Ampullen als erwartet. Die zuständige Behörde berichtete nach Informationen der Tageszeitung La Repubblica, dass die Lieferung 506.000 statt 566.000 Dosen betrug. Das wären sogar mehr als zehn Prozent weniger.

Der Konzern schrieb zur Erläuterung, die Herstellungsprozesse für den Impfstoff seien komplex. Eine Vielzahl von Produktionsfaktoren und Qualitätstests könne bei jeder Lieferung Menge und genauen Termin beeinflussen. In der Vorwoche sei beispielsweise etwas mehr nach Italien geliefert worden als geplant.

Unterdessen haben ein Jahr nach dem Bekanntwerden erster Fälle in der norditalienischen Lombardei Politiker und Verbände dem Gesundheitspersonal einen Tag gewidmet. Seit sich das Coronavirus ausge­breitet habe, hätten sie sich der weitreichenden Bedrohung als gewachsen erwiesen, teilte Italiens Staatschef Sergio Mattarella in Rom mit.

Sehr viele Mitarbeiter hätten sich mit dem Virus infiziert und unter den Ärzten und dem Pflegepersonal seien ihm zu viele zum Opfer gefallen. „Dieser Tag ist vor allem ihnen gewidmet“, sagte der 76-Jährige. In das nationale Gesundheitssystem zu investieren, sei der beste Weg, um allen zu danken, die sich jeden Tag um uns kümmern, schrieb Ge­sund­heits­mi­nis­ter Roberto Speranza in einem Post auf Facebook.

Papst Franziskus gedachte der Ärzte und Krankenpfleger in einem Brief an den Leiter der Päpstlichen Akademie für das Leben. „Das Beispiel so vieler Brüder und Schwestern, die im Einsatz gegen Corona ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt haben, ruft uns zu tiefer Dankbarkeit auf“, schrieb er darin, wie das Medienportal Vatican News berichtete.

Italien wurde hart von der Coronapandemie getroffen. Bislang starben mehr als 95.200 Menschen mit dem Virus. Die Behörden verzeichneten mehr als 2,780 Millionen Infektionen. In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern stagnierte der Coronatrend in den vergangenen Wochen. Die täglichen Infektions- und Totenzahlen blieben auf einem ähnlichen Niveau.

Experten des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums hatten am vergangenen Freitag gesagt, dass ihnen die zirkulie­renden Coronavarianten Sorgen bereiten. Punktuell wurden bereits Lockdowns für einige Städte oder Provinzen verhängt, wie etwa im mittelitalienischen Perugia, wo sich die brasilianische Variante ausgebreitet hat. © dpa/aerzteblatt.de

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