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Medizin

USA: Bisher nur wenige Meldungen zu schweren Impfkomplikationen nach Coronaimpfung

Montag, 22. Februar 2021

/picture alliance, Laci Perenyi

Atlanta/Georgia – Im ersten Monat seit Beginn der Coronaimpfung ist es in den USA nicht zu unange­nehmen Überraschungen gekommen. Die Verträglichkeit der beiden mRNA-Impfstoffe von Pfizer-Biontech und Moderna entspricht laut einer Auswertung in Morbidity and Mortality Weekly Report (2021; DOI: 10.15585/mmwr.mm7008e3) weitgehend den Erwartungen.

Die Nutzer der Smartphone-App „V-safe“, die die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) eigens für die Coronaimpfung eingerichtet hat, klagten wie in den klinischen Studien nach der 2. Dosis häufiger als nach der 1. Dosis über Allgemeinsymptome. Der FDA wurden mehrere Todesfälle gemeldet, die aber bisher auf Grunderkrankungen der Patienten zurückgeführt werden konnten. Auch Anaphylaxien schei­nen nicht häufiger zu sein als bei anderen Impfungen.

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Der Impfstoff BNT162b2 von Pfizer-Biontech wurde in den USA am 11. Dezember zugelassen. Eine Woche später folgte mRNA-1273 von Moderna. Bis zum 13. Januar wurden 13,8 Millionen Personen geimpft, in etwa zu gleichen Teilen mit BNT162b2 und mRNA-1273. Da das Dosierungsintervall von BNT162b2 nur 21 Tage beträgt, hat etwa 1/3 bereits die 2. Dosis erhalten. Die Empfänger von mRNA-1273 mit einem Intervall von 28 Tagen hatten bis zum Stichtag der Analyse nur die 1. Dosis erhalten.

Die Smartphone-App „V-safe“ haben sich in den USA 1,6 Millionen der 13,8 Millionen Geimpften herun­ter­geladen und mindestens 1 Mal benutzt. Die Nutzer waren eher jüngere Erwachsene (Durchschnitts­alter 46 Jahre). Diese Gruppe berichtete zu 70,9 % über Schmerzen an der Injektionsstelle, 10,8 % bemerkte auch eine Schwellung an der Einstichstelle.

Die Unterschiede zwischen den beiden Impfstoffen waren hier gering. Bei BNT162b2 stieg die Rate der Nebenwirkungen nach der 2. Dosis leicht von 72,9 auf 79,3 % an. Schwellungen an der Injektionsstelle nahmen von 6,2 auf 8,6 % zu.

Die häufigsten Allgemeinsymptome waren nach beiden Impfstoffen Abgeschlagenheit (33,5 %), Kopfschmerzen (29,5 %) und Muskelschmerzen (22,9 %) vor Schüttelfrost (11,6 %), Fieber (11,4 %), Gelenkschmerzen (10,4 %) und Übelkeit (8,9 %).

Die Allgemeinsymptome nahmen nach der 2. Dosis von BNT162b2 deutlich zu. Die Häufigkeit von Abgeschlagenheit stieg von 21,9 auf 53,5 %. Bei Kopfschmerzen (17,5 auf 43,4 %), Muskelschmerzen (14,7 auf 47,2 %), Schüttelfrost (5,5 auf 30,6 %), Fieber (5,8 auf 29,2 %), Gelenkschmerzen (5,3 auf 23,5 %) und Übelkeit (4,2 auf 14,0 %) kam es ebenfalls zu einer Zunahme.

Ein Anstieg der Allgemeinsymptome war auch in den klinischen Studien (bei beiden Impfstoffen) beobachtet worden. Impfexperten führen ihn auf die stärkere Impfreaktion (Booster) bei der Auffrischung zurück.

Die FDA sammelt Impfreaktionen seit 1990 im „Vaccine Adverse Event Reporting System“ (VAERS). Die Meldungen stammen in der Regel von Ärzten, auch wenn Patienten oder andere Beteiligte zu Meldungen berechtigt sind. Im 1. Monat trafen insgesamt 6.994 Meldungen zu möglichen Impfreaktionen ein, von denen jedoch nur 640 als ernsthaft eingestuft wurden.

Darunter waren 113 Todesfälle, von denen 78 auf Bewohner von Pflegeheimen („long-term care facility“) entfielen. Darunter waren 42 Personen aus Hospizen oder Schwerkranke, bei denen ein Anordnung zum Verzicht auf eine Wiederbelebung vorlag. Bei den übrigen Todesfällen wird geprüft, ob ein Zusammen­hang mit der Impfung bestehen könnte. Zum Zeitpunkt der Analyse konnten erst 17 Todesbeschei­nigungen (22,0 %) analysiert werden, 19 weitere (24,3 %) seien eingetroffen, aber noch nicht ausgewertet.

Die Todesfälle traten 0 bis 20 Tage (median 2 Tage) nach der Impfung auf. Als Ursachen wurden in den Totenscheinen Herzerkrankungen, Demenz, Lungenentzündung und eine allgemeine Schwäche („failure to thrive“) genannt, die keinen Zusammenhang zur Impfung haben.

Insgesamt 62 Meldungen einer Anaphylaxie wurden bestätigt: 46 traten nach Injektion von BNT162b2 und 16 nach Injektion von mRNA-1273 auf. Julianne Gee und Mitarbeiter der CDC in Atlanta errechnen eine Inzidenz von 4,5 auf 1 Million Impfdosen. Sie läge damit höher als nach der Grippeimpfung mit inaktivierten Viren (1,4 pro Million) oder der Pneumokokkenimpfung mit einem Polysaccharidimpfstoff (2,5 pro Million), aber niedriger als nach der Herpes-Zoster-Impfung mit abgeschwächten Lebendviren (9,6 pro Million).

Von Anaphylaxien geht, wenn sie erkannt und behandelt werden, in der Regel keine Gefahr aus. Die Nebenwirkungen der Impfungen verschwinden in der Regel nach 1 bis 2 Tagen. Die CDC rät den Impf­lingen, sich nach der Impfung einen Tag zu schonen. © rme/aerzteblatt.de

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