szmtag Fresenius und FMC wollen Kosten drücken
NewsVermischtesFresenius und FMC wollen Kosten drücken
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Fresenius und FMC wollen Kosten drücken

Dienstag, 23. Februar 2021

/picture alliance, Frank Rumpenhorst

Bad Homburg – Nach einem Gewinnrückgang in der Coronakrise will der Krankenhaus- und Gesund­heits­konzern Fresenius die Kosten senken. Da in der Pandemie vorerst wenig Licht am Ende des Tunnels in Sicht ist, steuert das Dax-Unternehmen gegen und will mit mehreren Maßnahmen bis 2023 Verbesse­rungen beim Ergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen von mindestens 100 Millionen Euro pro Jahr erreichen.

Es gehe um Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, den Ausbau künftiger Wachstumsfelder sowie Optimie­rungen des Portfolios, teilte Fresenius heute mit. Auch Verkäufe von Unternehmensteilen sind nicht mehr ausgeschlossen. Die Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) kündigte ebenfalls ein millio­nenschweres Maßnahmenpaket an.

Anzeige

„Corona wird uns auch im laufenden Jahr noch vor manche Herausforderung stellen“, sagte Fresenius-Chef Stephan Sturm in Bad Homburg. „Umso mehr gilt es, unsere Effizienz zu steigern und damit unsere Kostenbasis zu verbessern.“

Fresenius wolle das Geschäft mit digitalen Medizinangeboten, Kinderwunsch­kliniken, Heimdialyse für Nierenpatienten sowie Nachahmerprodukten von Biotecharzneimitteln ausbauen. Während Sturm mittel­fristig die Bereitschaft für größere Zukäufe betonte, kommt das Netz der 89 Kliniken von Fresenius Heli­os in Deutschland auf den Prüfstand. Details soll es Anfang Mai geben.

Ab dem Jahr 2023 peilt Fresenius mit den Maßnahmen zusätzliche Ergebnisverbesserungen an. Zunächst aber rechnet der Konzern mit erheblichen Kosten. Diese dürften sich zwischen 2021 und 2023 in Höhe von 100 Millionen Euro pro Jahr bewegen.

Mit den Plänen reagiert Fresenius auch auf die schlechte Kursentwicklung an der Börse, wo der Konzern nach mehreren Gewinnwarnungen mit viel Skepsis zu kämpfen hat. Er gehe aber davon aus, dass die Konzernstruktur von Fresenius 2023 noch bestehe, betonte Sturm mit Blick auf mögliche Verkäufe.

Im vergangenen Jahr bekam Deutschlands größter privater Krankenhausbetreiber die Pandemie zu spü­ren. Operationen mussten verschoben werden, um Intensivbetten für Corona-Patienten freizuhalten. Da die Pandemie aber relativ glimpflich verlief, standen viele Betten leer. Staatliche Hilfen konnten Ausfälle nur mindern.

Trotz einer Erholung im Schlussquartal in den Kliniken wurde weniger operiert, sodass weniger Arzneien der Flüssigmedizintochter Fresenius Kabi zum Einsatz kamen. Und bei der Dialysetochter FMC machte sich bemerkbar, dass viele Blutwäschepatienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus sterben und so Behandlungen ausfallen.

Fresenius konnte den Umsatz 2020 zwar leicht um zwei Prozent auf 36,3 Milliarden Euro steigern, das bereinigte Konzernergebnis sackte jedoch um vier Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro ab. Vorstands­chef Sturm hatte wegen der Pandemie seine Ziele für das vergangene Jahr schon stutzen müssen. FMC verbuchte unterdessen einen Gewinnrückgang um drei Prozent auf 1,16 Milliarden Euro.

Fresenius rechnet weiter mit Belastungen in der Pandemie. Erst in der zweiten Jahreshälfte würden sich die Bedingungen in wesentlichen Märkten verbessern, warnte der Konzern und verwies auf hohe Risiken.
„Dies ist jedoch stark von der zügig voranschreitenden Durchimpfung der Bevölkerung in diesen Märkten abhängig.“ In diesem Jahr erwartet der Konzern nunmehr währungsbereinigt einen Umsatzanstieg im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das bereinigte Konzernergebnis soll „mindestens in etwa stabil“ bleiben.

Auch FMC feilt an den Kosten. Bei der Dialysetochter wurden erhebliche Mehrkosten etwa für Personal und Schutzmaßnahmen großteils durch staatliche Hilfen aufgefangen. Im Schlussquartal sorgten zudem Wertminderungen im schwierigen Lateinamerika-Geschäft für einen Ergebniseinbruch um fast die Hälfte. Um die Kosten zu senken, steckt der Konzern bis 2025 bis zu 500 Millionen Euro in den Umbau. Er er­wartet für jeden investierten Euro eine Verbesserung des operativen Ergebnisses um mindestens den gleichen Betrag im Jahr 2025. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER