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SARS-CoV-2: Labore rechnen mit Zunahme der Infektionsnachweise

Dienstag, 23. Februar 2021

/picture alliance, ROBIN UTRECHT

Berlin – Der Rückgang der Infektionszahlen aus den vergangenen Wochen flacht sichtlich ab. Vermutlich werden die Zahlen bereits in der nächsten Woche erneut ansteigen, befürchtete Michael Müller, der erste Vorstandsvorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), bei einem heutigen Pressege­spräch des Laborverbands.

Die 171 Laboratorien, deren Daten die ALM regelmäßig zusammenfasst, meldeten demnach rund 60.000 wöchentlich bestätigte Infektionen zwischen dem 15. und 21. Februar, rund 900 weniger als in der Vor­woche. Seit Jahresbeginn waren die Zahlen um circa 12.000 pro Woche gesunken.

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Der Anteil der Virusvarianten B.1.1.7 stieg in diesem Zeitraum auf fast 30 Prozent. Müller rechnet mit einem weiteren kontinuierlichen Anstieg. Genauere Aussagen könne nur das Robert-Koch-Institut (RKI) treffen, so der ALM-Vorsitzende, da dort weitere Daten zusammengeführt würden.

Die ALM stelle jedoch etwa 80 Prozent aller PCR-Mutationsnachweise in den Stastistiken des RKI. Dabei werde nach fünf spezifischen Mutationen gesucht, deren Muster Rückschlüsse auf die Variante zulassen. Zusätzlich würden aktuell zehn Prozent aller PCR-positiven Proben einer Vollgenomsequenzierung un­ter­zogen, um die genaue Viruslinie zu bestimmen, so der ALM-Chef.

Insgesamt wurden in der siebten Kalenderwoche 934.350 PCR-Tests auf SARS-CoV-2 durchgeführt. Das waren etwa 32.000 mehr als in der vergangenen Woche. Die Positivrate lag damit bei 6,47 Prozent (Vorwoche 6,79 Prozent).

Die Hälfte der PCR-Kapazitäten blieb erneut unausgelastet, ähnlich wie in den Wochen zuvor. Diese im Vergleich zum Jahr 2020 geringe Auslastung führte Müller unter anderem auf den breiten und einfachen Zugang zu Antigentests zurück. Über deren Einsatz gebe es weiterhin keine systematische Erfassung.

Bei steigenden Temperaturen und dem nahenden Ende der kalten Jahreszeit sinke zudem insgesamt die Infektionsquote und die Nachfrage nach den Tests, ergänzte der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der ALM, Jan Kramer. Weiterhin bleibe es zwingend notwendig, jedes positive Antigentestergebnis per PCR zu bestätigen, betonte er.

Wieder primär PCR-Test bei Symptomen

Die nationale Teststrategie erlaubt mittlerweile PCR-Tests bei jeglichen Infektionssymptomen. „Bei symp­to­­matischen Patienten sollte also wieder direkt ein PCR-Test veranlasst werden“, so Kramer. Dafür stünden bundesweit ausreichend Laborkapazitäten bereit, wobei die Verteilung regional unterschiedlich sei. Einzig im Saarland liege die Auslastung der Labore derzeit noch über 100 Prozent.

Hier könnten die viel diskutierten Antigenselbsttests Entlastung bringen. „Wenn das dazu beiträgt, sonst nicht erkannte Infektionen zu erkennen, ist das ein Riesenvorteil“, sagte Müller.

Jedoch könne man sich mit den angekündigten, aber in Deutschland noch nicht erhältlichen Selbsttests nicht für Tage freitesten, wie es in Österreich erlaubt sei, erklärte er. Die Selbsttests seien als Antigen­tests nur eine Momentaufnahme.

Ihre Sensitivität liege im Schnitt bei 80 Prozent, ergänzte seine Vorstandskollegin Nina Beikert. Somit hätten zwei von zehn getesteten Personen ein falsch-negatives Ergebnis und trügen damit ein Risiko, bei einer Veranstaltung zu Superspreadern zu werden. Für Einrichtungen hingegen böten die Tests einen gewissen Schutz vor Eintragungen des Coronavirus. © jff/aerzteblatt.de

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