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Medizin

Reflux erhöht auch das Risiko auf Plattenepithelkar­zinome in Ösophagus und Kehlkopf

Freitag, 9. April 2021

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Rockville/Maryland – Der Magensaft, der bei der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) regel­mäßig in die Speiseröhre austritt, kann auch den Kehlkopf erreichen. Eine mögliche Folge ist ein Larynx­karzinom, an dem die Betroffenen nach einer Studie in Cancer (2021; DOI: 10.1002/cncr.33427) doppelt so häufig wie andere Menschen erkranken. In den USA könnte jede 6. Erkrankung an den 3 Krebsen auf GERD zurückzuführen sein.

Seit längerem ist bekannt, dass ein häufiger Reflux das Risiko auf ein Adenokarzinom der Speiseröhre erhöht. Diese Krebse entwickeln sich häufig auf dem Boden eines Barrett-Ösophagus am Übergang zum Magen. Im oberen Bereich der Speiseröhre kommt es häufiger zu einem Plattenepithelkarzinom, dessen Hauptursachen in erster Linie langjähriger Alkoholkonsum und Tabakrauchen sind. Die gleichen Noxen werden auch für den Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) verantwortlich gemacht.

Ein Team um Christian Abnet vom National Cancer Institute in Rockville/Maryland hat jetzt den Einfluss von GERD auf die 3 Krebserkrankungen untersucht. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass der Magen­saft beim Reflux nicht nur die Mundhöhle erreicht, was als saures Aufstoßen wahrgenommen wird, sondern auch in den Kehlkopf abfließen kann, was vor allem nachts der Fall ist.

Die Forscher haben hierzu die Daten der „NIH-AARP Diet and Health Study“ untersucht. Es handelt sich um eine Gruppe von mehr als 500.000 Mitgliedern der „American Association of Retired Persons“ (AARP), einer Lobbyorganisation für Ruheständler, die 1995/1996 vom National Institute of Health (NIH) nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt wurden. Die Forscher haben seither auch Einblick in die Daten der Medicare-Versicherung.

Sie konnten ermitteln, dass 22 % der Teilnehmer unter einer GERD litten. In den folgenden 16 Jahren erkrankten 931 Teilnehmer an einem Adenokarzinom der Speiseröhre, 876 an einem Plattenepithel­karzinom des Kehlkopfes und 301 an einem Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre.

Das Erkrankungsrisiko der Senioren auf alle 3 Karzinome war bei einer GERD verdoppelt: Für das Adeno­karzinom der Speiseröhre ermittelt Abnet eine adjustierte Hazard Ratio von 2,23, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,72 bis 2,90 signifikant war. Er bestätigt damit den aus anderen Studien bekann­ten Zusammenhang.

Überraschend war nun, dass die Hazard Ratios für das Plattenepithelkarzi­nom des Kehlkopfes mit 1,91 (1,24 bis 2,94) und für das Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre mit 1,99 (1,39 bis 2,84) eine vergleich­bare Größenordnung haben. Eine Stärke der „NIH-AARP Diet and Health Study“ besteht darin, dass die Forscher wegen der ausführlichen Befragung eine Verzerrung durch andere konkurrierende Risiken ausschließen können.

Da GERD in den USA (aber auch in anderen westlichen Ländern) sehr häufig ist, führen die Hazard Ratios zu einem hohen attributablen Risiko. Nach den Berechnungen von Abnet könnte der gastroösophageale Reflux in den USA für 16,92 % aller Plattenepithelkarzinome im Kehlkopf und für 17,32 % aller Platten­epithelkarzinome in der Speiseröhre in der Altersgruppe von 50 bis 71 Jahren verantwortlich sein. © rme/aerzteblatt.de

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