NewsPolitikMerkel konkretisiert Vorstellungen für Öffnungsstrategie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Merkel konkretisiert Vorstellungen für Öffnungsstrategie

Mittwoch, 24. Februar 2021

/picture alliance, AFP-Pool, Tobias Schwarz

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre Vorstellungen für vorsichtige Öffnungsschritte in Kombination mit vermehrten Testmöglichkeiten in der Coronapandemie konkretisiert. Es gebe drei Strän­ge, bei denen man Schritt für Schritt öffnen wolle, sagte Merkel dem Vernehmen nach gestern in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag.

Die Kanzlerin nannte die persönlichen Kontaktbeschränkungen sowie den Bildungs- und den Wirt­schafts­bereich. Die Öffnungsschritte sollten klug mit den erweiterten Testmöglichkeiten zusammen­gebracht werden. Die Tatsache, dass es eine dritte Coronawelle gebe, könne nicht wegdefiniert werden, sagte Merkel demnach weiter.

Anzeige

Man müsse mit der Mutation leben. Man tue alles, auch im Gespräch mit Frankreich und den Grenzkon­trollen zu Tirol, um die in Deutschland noch sehr untergeordnet vorkommende südafrikanische Virus­va­riante nicht ins Land zu bekommen. Sonst bestehe die Gefahr, dass bestimmte Impfstoffe darauf nicht mehr reagieren würden.

CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sagte nach weiteren Angaben in der Fraktions­sit­zung, nachdem sich die britische Mutante des Virus weiter ausbreite, sei Vorsicht weiterhin das Richtige. Trotzdem gebe es die Erwartung nach einer Öffnungsstrategie. Aus diesem Grund sei das Testen so wich­tig.

Merkel erinnerte nach Teilnehmerangaben daran, dass man bei der jüngsten Ministerpräsidenten­konfe­renz beschlossen habe, dass bei einer Inzidenz von 35 – also 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwoh­nern innerhalb einer Woche – die Geschäfte aufmachen könnten.

Nun müsse man „Perspektiven ausarbei­ten, in welchen Schritten kann man weitere Öffnungen dann machen und was soll dazu gehören“. Bei der nächsten Runde am 3. März solle vereinbart werden, unter welchen Umständen diese Schritte gemacht werden könnten.

Bei jedem Öffnungsschritt müsse es das Ziel sein, ein wieder exponentielles Wachstum der Infektions­zahlen auch angesichts der verschiedenen Mutationen zu verhindern, sagte Merkel weiter. Man wolle einen Pfad bis in den Sommer hinein finden, bei dem man auch die Wirkung des Impfens deutlich sehen werde. Und bei dem möglichst nichts wieder geschlossen werden müsse, was geöffnet worden sei.

Bei den drei Strängen gehe es um persönliche Kontaktbeschränkungen und Möglichkeiten, sich in be­stimmten Gruppen zu treffen, sagte Merkel demnach weiter. Beim zweiten Strang gehe es um Bildungs­fragen – nach den Grundschulen die höheren Klassen, die weiterführenden Schulen, die Berufs­schulen sowie die Universitäten. Der dritte Strang habe zu tun mit den Wirtschaftsfragen – Geschäfte, Restau­rants sowie eines Tages Hotels, sagte Merkel. Sie zählte dazu auch den Sport in Gruppen und kulturelle Veranstaltungen.

Am besten könne man sich Pakete vornehmen, bei denen man nicht nur aus einem Strang etwas nehme, sondern wo man sinnvoll versuche, aus den verschiedenen Lebensbereichen Dinge zusammenzuführen, schlug Merkel demnach vor.

Nach den einzelnen Öffnungsschritten müsse überprüft werden, dass man nicht wieder in ein exponen­tielles Wachstum komme. Sollte dies geschehen, werde man sehr schnell wieder in einer Situation sein, in der das Gesundheitswesen überlastet sein könne. Bei einem Verdopplungs­zyklus von zehn oder 14 Ta­gen sei man dann sehr schnell bei sehr hohen Zahlen.

Man sei einerseits weiterhin in einer schwierigen Situation und müsse vorsichtig agieren, sagte Merkel nach diesen Informationen weiter.

Andererseits gebe es aber Mittel und Wege, um schrittweise voranzukommen. Der Druck auf die Ge­schwin­digkeit sei sehr groß. Sie glaube, „wir würden uns keinen Gefallen tun, wenn wir in eine Situa­tion kommen, wo wir dann etwas, was wir jetzt schon mal geöffnet haben, anschließend wieder zumachen“, wurde die Kanzlerin zitiert.

Ausdrücklich unterstützte Merkel den Vorschlag von Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) für häufigere und kostenlose Tests. Aus ihrer Sicht solle dies aber noch mal mit den Ländern besprochen werden, da­mit hinterher nicht wieder gesagt werde, der Bund habe sich mit den Ländern nicht abgestimmt.

Spahn war aus den Reihen von SPD und Grünen kritisiert worden, nachdem die von ihm zum 1. März an­gekündigte neue Teststrategie bis nach der Ministerpräsidentenrunde mit Merkel verschoben worden war. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER