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Ärzteschaft

DIVI plädiert für Verlängerung des Lockdowns

Donnerstag, 25. Februar 2021

/picture alliance, Sven Hoppe

Berlin – Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) fordert eine Verlängerung des Lockdowns bis Anfang April. Lockerungen bereits im März könnten Mitte Mai zu einer erneuten Spitzenbelastung von etwa 4.000 COVID-19 Patienten auf Intensivstationen führen, warn­­te heute die DIVI auf Basis von Simulationsrechnungen. Entscheidend sei zudem eine rasche Im­pfung wei­terer Bevölkerungsgruppen.

Eine spätere Öffnung im April gehe demnach allenfalls mit einem nur geringen Anstieg der COVID-19 Patienten auf der Intensivstation einher. Laut Christian Karagiannidis, medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des DIVI-Intensivregisters, beruht dieser Effekt darauf, dass sich dann die „Impfwelle“ vor einer drohenden dritten Coronawelle befindet. Insbesondere angesichts der höchstwahrscheinlich höheren Infektiosität der britischen Virusvariante B1.1.7, und damit des anzunehmenden R-Wertes, gelte es jetzt „noch zwei bis drei Wochen Disziplin“ zu wahren.

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Die Simulationsrechnungen der DIVI zeigen auch: Steigt die Infektionsdynamik in Deutschland auf einen R-Wert von 1.2 für den Coronawildtyp (und 1.55 für B1.1.7) käme es bei einer Lockerung im März zu ei­ner unkontrollierten Spitzenbelastung der Intensivstationen in Größenordnungen von mehr als 20.000 COVID-19-Patienten Anfang Juni.

Eine Lockerung im April hingegen wäre selbst unter diesen Bedingungen mit einer Spitzenbelastung ma­ximal in der Höhe des bisherigen Spitzenwertes des Januars 2021 verbunden. Wie Karagiannidis betonte, liege das den Berechnungen zugrunde liegende Modell bislang sehr nah an der realen Bettenauslastung.

Gernot Marx, Präsident der DIVI, verwies nachdrücklich darauf, dass ohne eine Verlängerung des Lock­downs bis zum 1. April eine „schwer beherrschbare dritte Welle“ drohe. Die robusten Berechnungen der DIVI böten aber die Perspektive für eine „kontrollierte R-Wert-Strategie“.

Neben den drohenden Auswirkungen verfrühter Öffnungsszenarien seien zugleich auch mögliche posi­tive Entwicklungen hin zu einer weiter abflachenden Infektionskurve ablesbar – Disziplin bei den Ein­dämmungsmaßnahmen und möglichst umfassende Impfungen mit allen zur Verfügung stehenden Coro­navakzinen vorausgesetzt.

Auch Uwe Janssens, Past Präsident der DIVI, rief dazu auf, noch bis zu „vernünftigen Lockerungen“ durch­zuhalten. Eine erneute Spitzenbelastung der Intensivstationen sei, ganz abgesehen von den gesundheit­lichen Folgen für die COVID-19-Erkrankten, „kaum zu verkraften“. Nun sei es die Aufgabe der Politik für einen „Sommer der Hoffnung“ zu sorgen. © aha/aerzteblatt.de

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