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Vermischtes

Pflaster mit eingebautem EKG erkennt Vorhofflimmern bei Risikopatienten

Donnerstag, 25. Februar 2021

In das Rhythmuspflaster ist eine EKG-Aufzeichnungseinheit integriert, die den Herzschlag für zwei Wochen durchgehend aufzeichnet./ informationsdienst Wissenschaft,Williamson Adams

Göttingen/Hamilton – Ein kleines Pflaster mit einem eingebauten EKG-Gerät könnte sich zur Früherken­nung von Vorhofflimmern eignen und so Schlaganfällen vorbeugen. Das berichten Wissenschaftler aus Kanada und Deutschland im Fachmagazin JAMA Cardiology (2021; DOI: 10.1001/jamacardio.2021.0038).

Durch den unregelmäßigen Herzschlag bei Vorhofflimmern kann das Blut in den Vorhöfen verklumpen. Gelangen Gerinnsel ins Gehirn und verschließen Gefäße, entsteht ein Schlaganfall. Bei älteren Menschen ist Vorhofflimmern eine der wichtigsten Ursachen für einen Schlaganfall.

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Häufig macht Vorhofflimmern keine Beschwerden und ist deshalb nur schwer zu erkennen. An der Studie mit dem Namen SCREEN-AF nahmen 856 Personen aus 48 Hausarztpraxen im Zeitraum von 2015 bis 2019 teil. Die Teilnehmer waren 75 Jahre oder älter und hatten einen hohen Blutdruck, aber kein be­kanntes Vorhofflimmern.

Rund ein Drittel der Teilnehmer wurden in Deutschland über hausärztliche Praxen erreicht, die mit dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) Göttingen und Hamburg zusammenarbeiten.
Die Hälfte der Teilnehmer erhielt das Rhythmuspflaster, das zweimal für jeweils zwei Wochen auf die Brust aufgeklebt wurde.

In das Rhythmuspflaster ist eine EKG-Aufzeichnungseinheit integriert, die den Herzschlag für zwei Wo­chen durchgehend aufzeichnet. Das Pflaster wurde nach zwei Wochen abgenommen und zur Auswer­tung eingeschickt. Die andere Hälfte der Studienteilnehmer erhielt die medizinische Standardversor­gung. Alle Teilnehmer wurden sechs Monate lang beobachtet.

Die Studie ergab, dass das Rhythmuspflaster von den Teilnehmern gut vertragen und Vorhofflimmern zehn Mal häufiger erkannt wurde. In der Rhythmuspflastergruppe wurde bei 23 Teilnehmern Vorhof­flim­mern festgestellt, in der Kontrollgruppe nur bei zwei Teilnehmern. Von den Vorhofflimmerpatienten er­hielten nach der Diagnose 75 Prozent ein blutverdünnendes Medikament zum Schutz vor Schlagan­fällen.

„Die Vorhofflimmerepisoden, die wir gefunden haben, waren meist mehrere Stunden lang. Blutverdünner sind allgemein bei Vorhofflimmerpatienten sehr effektive Medikamente und können das Schlaganfall­risiko um fast 70 Prozent senken. Allerdings ist für die von uns identifizierten Patienten die bestmögliche Therapie noch nicht ausreichend untersucht“, sagte der Ko-Studienleiter Rolf Wachter.

Er ist Professor für Klinische und Interventionelle Kardiologie am Universitätsklinikum der Universität Leipzig. „Wir hoffen, dass wenn wir stummes Vorhofflimmern besser erkennen, mehr Menschen frühzeitig behandelt und Schlaganfälle verhindert werden könnten“, betonte der kanadische Studienleiter David Gladstone vom Sunnybrook Health Sciences Centre und der Universität Toronto. © hil/aerzteblatt.de

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