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Medizin

SARS-CoV-2: Neue Variante B.1.526 breitet sich in Region New York aus

Donnerstag, 25. Februar 2021

/staraldo, stock.adobe.com

Pasadena/Kalifornien – US-Forscher haben mit einer neuen Software eine bisher unbekannte Variante von SARS-CoV-2 identifiziert, die gleich 4 besorgniserregende Mutationen aufweist und sich laut der Präpublikation in BioRXiv (2021; DOI: 10.1101/2021.02.14.431043) seit Ende November in der Region New York ausgebreitet hat, wo bereits 1/4 der Infektionen auf die Variante zurückzuführen sein könnte. Die Variante erhielt die vorläufige Bezeichnung B.1.526.

Das Erbgut von SARS-CoV-2 ist mit seinen 29.903 Basen zu lang, um unter den mittlerweile 611.000 bei GISAID gespeicherten Genomen auf den ersten Blick jene Varianten zu entdecken, die durch ihre rasche Ausbreitung Anlass zu Besorgnis geben. Ein Team um Pamela Bjorkman vom California Institute of Tech­nology in Pasadena hat deshalb die Software VDB („Variant Database“) entwickelt, um wenigstens die Veränderungen im Bereich des Spikeproteins frühzeitig zu erkennen.

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Mit der Software haben die Forscher jetzt eine neue Variante entdeckt, die Ende November das erste Mal auftauchte und mittlerweile für etwa 25 % aller Infektionen in der Region New York verantwortlich ist. Die rasche Ausbreitung deutet auf einen Selektionsvorteil hin, dem die Variante gleich 4 Mutationen verdanken könnte, die Forscher als B.1.526. bezeichnen.

Die Mutation E484K, die auch in der südafrikanischen Variante B.1.351 und in der brasilianischen Variante P.1 (B.1.1.248) vorhanden ist, verändert die rezeptorbindende Domäne des Spikeproteins, die der Angriffspunkt der Antikörper mit der stärksten neutralisierenden Wirkung ist. Die Mutation D253G verändert die Spitze des Spikeproteins und könnte damit ebenfalls die Immunevasion des Virus fördern.

Die Punktmutation S477N soll die Infektiosität des Virus durch eine stärkere Bindung am ACE2-Rezeptor erhöhen. Die gleiche Auswirkung könnte die Mutation A701V haben, indem sie über eine Änderung der S1/S2-Spaltstelle das Eindringen des Virus erleichtert. Die Mutation ist in der Variante B.1.351 enthalten.

Nach einem Bericht in der New York Times könnte das Labor von David Ho von der Columbia University in New York auf dieselbe Variante gestoßen sein. Die Forscher dort hatten in 1.142 Proben das Virus­genom sequenziert. Etwa 12 % wiesen die Mutation E484K auf. Diese Patienten waren laut dem Zeitungs­bericht häufiger hospitalisiert worden, was auf eine erhöhte Pathogenität hinweist.

Der Bericht der Forscher wurde bisher nicht veröffentlicht, sodass unklar bleibt, ob es sich um dieselbe Variante handelt. Die Stadt New York hat am 12. Januar den Höhepunkt der 2. Welle überschritten: Seither ist die Zahl der bestätigten Fälle rückläufig. © rme/aerzteblatt.de

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