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Politik

Spahn wegen Abendessen in Coronakrise unter Beschuss

Montag, 1. März 2021

/picture alliance, Fabian Sommer

Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat am Tag, bevor er selbst im Oktober ein posi­tives Testergebnis auf SARS-CoV-2 erhalten hat, an einem Abendessen mit mehreren Personen teilge­nommen.

Laut Kalendereintrag sei Spahn bei dem Essen von 20 Uhr bis rund 21.30 Uhr anwesend gewesen, teilte sein Bundestagsbüro mit. Am Vormittag darauf hatte Spahn noch an einer Sitzung des Bundeskabinetts in Berlin teilgenommen, bevor sein Ministerium die Infektion des Ministers mitteilte.

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Der Spiegel hatte berichtet, Spahn habe am 20. Oktober an einem Abendessen mit etwa einem Dutzend Unternehmern in Leipzig teilgenommen. Am Morgen habe Spahn noch im ZDF darauf hingewiesen, dass es die Hauptansteckungspunkte beim Feiern und Geselligsein gebe, privat oder bei Veranstaltungen wie einer Party.

„Die damals gültigen Regeln der sächsischen Coronaschutzverordnung wurden nach Bestätigung des Gastgebers eingehalten“, teilte Spahns Büro mit. Alle Teilnehmer des Abendessens seien nach der Posi­tivtestung dem zuständigen Gesundheitsamt als Kontaktpersonen gemeldet und parallel auch durch Spahn beziehungsweise den Gastgeber informiert worden. Alle hätten sich, so weit bekannt, direkt da­nach in Quarantäne begeben und seien nach Angaben des Gastgebers negativ getestet worden.

Bei dem Abendessen seien Fragen zur aktuellen politischen Lage diskutiert worden, so Spahns Büro. Im Nachgang der Veranstaltung seien Spenden von Teilnehmern zur Unterstützung der Arbeit des CDU-Kreisverbands Borken eingegangen. Dessen Vorsitzender ist Spahn.

Die Bild berichtete, die Teilnehmer seien im Vorfeld des Abends vom Gastgeber aufgefordert worden, für Spahns Bundestagswahlkampf Spenden zu entrichten, die unterhalb der Grenze von 10.000 Euro zur Ver­öffentlichungspflicht von Spendernamen liegen sollten.

Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium hatte am 21. Oktober mitgeteilt, dass Spahn am Nachmittag positiv auf das Virus getestet worden sei. Spahn habe sich umgehend in häusliche Isolierung begeben. Am Vormittag hatte er im Kanzleramt an der Kabinettssitzung teilgenommen.

Da das Kabinett unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln tage, war nach Angaben der Regie­rung eine Quarantäne nicht erforderlich. Leipzig hatte im Oktober vergleichsweise niedrige Fallzahlen. Bundesweit stiegen sie in der Zeit wieder deutlich an. Wie Spahn später mitteilte, blieb unklar, wo er sich ansteckte.

„Jemanden unwissentlich anzustecken, hätte ich zutiefst bedauert. Das ist, wohl auch aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen, nicht passiert“, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) der Bild am Sonntag. © dpa/aerzteblatt.de

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