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Politik

Gutachten: Deutlich mehr Pflegebedürftige in Bayern bis 2050

Montag, 1. März 2021

/dpa

München – Die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Bayern dürfte sich bis zum Jahr 2050 beinahe ver­dop­peln und damit der Bedarf an Pflegepersonal kräftig ansteigen. Das geht aus einem vom Gesund­heitsministerium in Auftrag gegebenen Gutachten hervor.

Demnach gibt es rund 492.000 Pflegebe­dürftige (Stand: Dezember 2019) im Freistaat, im Jahr 2050 dürf­ten es etwa 880 000 Menschen sein. Dementsprechend würden dann 62.000 zusätzliche Vollzeitpflege­kräfte gebraucht, wie das Gesundheits­ministerium gestern unter Verweis auf das Gutachten mitteilte.

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Allein der Bedarf an Pflegefachpersonen bis zum Jahr 2025 erhöht sich dem Gutachten nach von knapp 3.000 Fachkräften 2020 auf fast 7.500 Fachkräfte. Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­ter Klaus Holetschek (CSU) will Pflegeberufe langfristig stärken. „Die Sicherstellung der Pflege ist unabhängig von der Coronapan­demie die große Herausforderung der kommenden Jahre im Gesundheitsbereich“, sagte er.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Ruth Waldmann, sagte: „Die Lage ist ernst – es gibt einen Pflegenotstand, der jetzt in der Coronakrise besonders deutlich wird, aber auch vorher schon da war.“

Wenn es der Staatsregierung nicht gelinge, den Beruf attraktiver zu machen und somit neue Kräfte zu gewinnen, werde sich der Notstand verschärfen. Gerade in der Krise fühlten sich viele Pfleger allein ge­lassen. Symbolpolitik – wie der Coronapflegebonus, der nur bestimmten Beschäf­tigten zugekommen sei – helfe nicht weiter.

Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium hatte das Gutachten Anfang 2019 in Auftrag gegeben. Es stellt auch den Bedarf der stationären und ambulanten Pflegeangebote sowie der Pflegekräfte in Regierungsbezirken und Landkreisen bis zum Jahr 2050 dar.

Grundlage für die Berechnungen des Pflegebedarfsgutachtens sind dabei Zahlen aus dem Jahr 2017. Zu berücksichtigen ist ein Bevölkerungsanstieg im Freistaat bis 2037 um etwa 484.000 Menschen. Im sel­ben Zeitraum nimmt demnach die Zahl an Senioren ab 65 Jahren um 957.000 zu.

Holetschek rief die Beteiligten in Bund und Ländern auf, „mutige und vorausschauende Lösungen zur Stärkung der Pflege zu entwickeln“. Ein Mittel könnten Steuererleichterungen für Pflegekräfte sein.

„Damit könnten wir den Beruf finanziell attraktiver machen.“ Es müsse aber auch der steigenden finan­ziellen Belastung der Pflegebedürftigen entgegengewirkt werden. Bei der Versorgung müsse der Mensch im Mittelpunkt stehen und nicht Abrechnungsfragen, so der Minister. © dpa/aerzteblatt.de

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Mabued
am Montag, 1. März 2021, 13:37

mein-wille

Wenn nicht endlich die Gehälter in der Pflege den Facharbeitern der Industrie angepasst werden, können weiterhin keine jungen Menschen aus der Region der Patienten für den Beruf gewonnen werden. Auch die Zuschläge für Wechselschichten, Schichtarbeit, Feiertagsvergütung müssen der Industrie angeglichen werden. Wir dürfen die unbesetzten Stellen nicht immer wieder mit nicht in Deutschland ausgebildeten Kräften besetzten, die sofort nach Österreich und in die Schweiz abwandern, wenn sie die deutsche Sprache besser beherrschen. Näher an der Heimat, mehr Geld … . Das frustriert gerade Menschen aus dem Versorgungsgebiet der Patienten. Zur Zeit sterben so viel SARS-CoV-positiv getestete Menschen, weil die Pflege eine Katastrophe ist: die Patienten erhalten zu wenig zu trinken, die Einmalkittel werden nicht einmal in Beobachtungszeiträumen von 2h gewechselt, der Mundschutz wird über 30x in der Stunde angefasst und 1x pro Schicht erneuert …
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