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Politik

Länderchefs wollen Freigabe von Astraze­neca-Impfstoff für alle Bürger

Montag, 1. März 2021

/picture alliance, Weber, Eibner-Pressefoto

Berlin – Mehrere Länderchefs haben sich für eine Freigabe des Astrazeneca-Impfstoffs für alle Impf­wil­ligen in Deutschland ausgesprochen. Man könne es sich nicht leisten, „dass Impfstoff herumsteht und nicht verimpft wird, weil Teile der Berechtigten ihn ablehnen“, sagte Baden-Württembergs Minister­prä­sident Winfried Kretschmann der Welt am Sonntag. In diesem Fall „müssen wir dieses strenge Regiment auflockern und Menschen impfen, die nach der Priorisierung noch nicht an der Reihe wären“.

Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) will den Impfstoff von Astrazeneca ebenfalls freigeben: „Bevor er liegen bleibt, impfen, wer will“, sagte Söder der Bild am Sonntag. Es dürfe keine Dosis übrig bleiben oder weggeschmissen werden.

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„Wir müssen beim Impfen Tempo machen“, mahnte Söder. Jeder Tag zähle. „Es kann nicht sein, dass ei­nerseits zu wenig Impfstoff vorhanden ist, aber andererseits Astra­zeneca in hohen Zahlen nicht verimpft wird.“ Dazu solle für den Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers die Impfreihenfolge gelockert werden.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) unterstützte die Forderungen. „Ich habe viel Sympathie für die Idee, den ungenutzten Impfstoff von AstraZenena allen Bürgern zur Verfügung zu stellen“, sagte der Vize-CDU-Chef den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Man muss aber auch klären, wie das kon­kret gehen soll.“

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer äußerte sich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ähnlich. Die Priorisierung sei ein Mittel der Mangelverwaltung und solle in diesem Fall zügig aufgehoben werden.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte, den Astrazeneca-Impfstoff sofort für alle unter 65-Jährigen in den ersten drei Prioritätsgruppen der Impfverordnung zur Verfügung zu stellen. Außerdem solle das Präparat auch bei über 65-jährigen „sofort eingesetzt werden dürfen“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Bundesregierung plant hingegen keine allgemeine Freigabe des Astrazeneca-Impfstoffes für alle. „Eine grundsätzliche Freigabe zu diesem Zeitpunkt ist nichts, was die Bundesregierung verfolgt“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Es habe zudem mit Blick auf Erzieher und Lehrer bereits eine Flexibilisierung bei der Impfreihenfolge geben, so Seibert weiter.

Nach Aussage des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums ist eine Nutzung des Impfstoffes für alle erst denk­bar, wenn allen priorisierten Personen, etwa Lehrern und Erziehern, ein Impfangebot gemacht worden sei und genügend Impfstoff zur Verfügung stünde.

Ein Sprecher des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums hatte am vergangenen Mittwoch erklärt, dass von den bis zum 23. Februar gelieferten 1,45 Millionen Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca nur etwa 240.000 verimpft worden seien. Dies entspricht rund 15 Prozent. Der Sprecher verwies aber darauf, dass man auch zwischen den Prioritätsgruppen wechseln könne, ohne die Impfverordnung ändern zu müssen.

Sobald alle Menschen in der ersten Gruppe ein Impfangebot bekommen haben, könne man auch die Menschen in der zweiten Gruppe bedenken. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) forderte die Bundesländer auf, diese Möglichkeit zu nutzen.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens, hatte am vergangenen Freitag im „heute journal“ des ZDF angekündigt, den Impfstoff von Astrazeneca schon bald auch für ältere Menschen empfehlen zu wollen. „Das ist möglich und das werden wir auch tun“, sagte Mertens.

Die STIKO hatte den Impfstoff zunächst mangels ausreichender Daten nicht für Menschen ab 65 Jahren empfohlen. Nun werde es „sehr bald zu einer neuen, aktualisierten Empfehlung kommen“ – auch weil dann wahrscheinlich der Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson zugelassen sein werde. © kna/aerzteblatt.de

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