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Coronaimpfung: Weitere Länder setzen auf Modellprojekt in Arztpraxen

Montag, 1. März 2021

/picture alliance, empics, Nick Potts

Berlin – Das Impfen in Arztpraxen wird nun in immer mehr Bundesländern erprobt. Ziel: Die Abläufe zu testen, um schnell mehr Menschen gegen SARS-CoV-2 impfen zu können. Niedersachsen startete heute mit einem Modellprojekt. Brandenburg und Thüringen kündigten solche Vorhaben an. In Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg laufen bereits Modellprojekte.

In Niedersachsen haben zunächst fünf Hausärzte damit begonnen, unter 65-jährigen Menschen in ihren Praxen zu impfen. Gestartet wird in den Landkreisen Leer, Wesermarsch und Uelzen sowie in Stadt und Region Hannover. Bei welchen Ärzten genau geimpft wird, wollen die Kreise zunächst nicht öffentlich bekannt geben, damit die Abläufe dort nicht durch einen Run auf die Praxen durcheinander gebracht werden.

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Niedersachsens Ge­sund­heits­mi­nis­terin Carola Reimann (SPD) hatte dazu erklärt, die Probeläufe dienten dazu, Logistik und Lagerung der Impfstoffe und technische Abläufe durchzuspielen. Voraussichtlich ab April könnten dann deutlich mehr Praxen in Niedersachsen mit im Boot sein. Das sei mit der Kassen­ärzt­li­chen Vereinigung in Niedersachsen (KVN) vereinbart worden. Nach Angaben von KVN-Vorstandschef Mark Barjenbruch stehen dafür rund 9.000 Arztpraxen bereit.

In Thüringen sollen Hausarztpraxen ebenfalls bald beim Impfen gegen das Coronavirus helfen. Geplant ist dazu ein Pilotprojekt, das noch im März starten soll, wie das Thüringer Ge­sund­heits­mi­nis­terium über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt gab.

„Auch in Thüringen wird es im März erste Pilotprojekte mit Impfungen in Hausarztpraxen geben“, schrieb die Pressestelle des Ministeriums. Dies sei am vergangenen Freitag mit der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT) so vereinbart worden. Mit Stand heute haben in Thüringen bisher rund 120.000 Menschen eine Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten.

Ebenso kündigte Brandenburg an, dass ab dieser Woche der Biontech-Impfstoff in vier Hausarztpraxen – in Bad Belzig, Senftenberg, Pritzwalk und Wittenberge – verabreicht werden kann. Bis Ende März solle ein Netzwerk aus 50 beteiligten Impfpraxen entstehen. Das gab das Gesundheits­ministerium heute auf einer virtuellen Presse­kon­ferenz bekannt.

Das gesteckte Ziel, bis zum Ende des Sommers allen Menschen in Brandenburg ein Impfangebot machen zu können, könne nur mithilfe der Arztpraxen erreicht werden, sagte Brandenburgs Gesundheitsminis­te­rin Ursula Nonnenmacher (Grüne). Damit die Coronaschutzimpfungen in Arztpraxen und bei Hausbesu­chen künftig regelhaft durchgeführt werden können, müsse jedoch die Coronaimpfverordnung geändert werden, heißt es in der Pressemitteilung ihres Ministeriums.

„Wir wollen in den Modellpraxen zeigen, wie die Organisation und Logistik funktionieren kann“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), Holger Rostek. Für die Terminvergabe an berechtigte Personen seien die Praxen vorerst selbst zuständig.

Daneben würden sechs Krankenhäuser ab Ende dieser Woche Impfungen für Lehrer der Grund- und För­der­schulen anbieten. Die Kliniken in Schwedt, Eberswalde, Eisenhüttenstadt, Senftenberg und Strauß­berg sowie die Oberlinklinik in Potsdam würden hierfür spezielle Impftage anbieten.

Noch in dieser Woche würden zudem die Impfungen in den 341 stationären Pflegeeinrichtungen Bran­den­burgs abgeschlossen werden, betonte Nonnenmacher. Dort zeige sich bereits der positive Effekt der Impfungen. Doch bis ein relevanter Teil der allgemeinen Bevölkerung geimpft ist, um die Infektions­zah­len zu beeinflussen, werde es jedoch noch Zeit brauchen, sagte sie.

Als nächster Schritt sei geplant, die mobilen Impfteams auch in Einrichtungen der Intensivpflege, in teil­stationären Einrichtungen, in Tagespflegen und ambulant betreuten Wohnformen für Senioren impfen zu lassen.

Rostek rechne damit, in den kommenden Wochen die Impfkapazitäten in Brandenburg um etwa 80 Pro­zent steigern zu können. Dafür würden, abhängig von den Impfstofflieferungen, nach und nach wieder alle Impfzentren öffnen und zudem ihre Öffnungszeiten ausweiten.

Terminvergabe per Brief, Callcenter und Online-Tool

Derzeit können in Brandenburg Personen im Alter über 65 Jahren geimpft werden. An über 80-jährige würden täglich Einladungsbriefe verschickt, sagte Rostek. 17.000 Briefe seien bereits an über 85-Jährige gegan­gen, 35.000 weitere sollen diese Woche folgen.

Mit den Impfungen werde ab dem 8. März begonnen. Wer eine solche Einladung erhält, könne sich tele­fonisch einen Termin sichern. Je nachdem wie viele Termine gebucht würden, könne die Zahl der ver­schickten Briefe angepasst werden, erläuterte er.

Dabei erwarte Rostek „alle Probleme, die auch in anderen Bundesländern auftreten“, zum Beispiel, dass Anschreiben an bereits verstorbene Bürger verschickt würden, da die Daten im Melderegister nicht im­mer vollständig aktuell seien.

Für die 18- bis 64-Jährigen der ersten und zweiten Prioritätsgruppe (medizinisches Personal, Menschen mit Risikofaktoren sowie Beschäftigte in der Kinderbetreuung) sei über das bundesweite Online-Tool nun auch eine kurzfristige Terminvergabe für den Astrazeneca-Impfstoff möglich, ergänzte Nonnenmacher. Sie wolle jedoch „nicht zu schnell weitere Impfgruppen öffnen“, weil sonst zu viel Impfstoff gebunden werden würde.

Zu jeder Impfung müsse eine formlose Bescheinigung eines Arztes über die Berechtigung zur Impfung mitgebracht werden. „Alles was an Impfstoff da ist, soll diesen Monat verimpft werden“, führte Rostek aus, abzüglich der Reserven für Zweitimpfungen. © dpa/jff/aerzteblatt.de

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