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Medizin

Wann eine ALL bei Kindern das Gehirn befällt

Freitag, 19. März 2021

Akute lymphatische Leukämie, Mikroaufnahme, Vergrößerung 160:1/ picture-alliance, Dr.Gary Gaugler

Kiel – Die häufigste Form der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) im Kindesalter ist die sogenannte B-Vorläuferzellen-ALL (B-ALL). In 3 bis 5 % der Fälle wird bei dieser Form das Zentralen Nervensystems (ZNS) befallen.

Ein Forschungsteam der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin I des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, hat nun erforscht, welche molekularen Prozesse beim ZNS-Befall beteiligt sind. Sie berich­ten darüber im Fachmagazin Communications Biology (2021; DOI: 10.1038/s42003-020-01591-z).

Das Kieler Forschungsteam um Denis Schewe vom Kieler Forschungsnetzwerk „Kiel Oncology Network“ (KON) hat die Beteiligung eines Faktors namens CD79a an der B-ALL untersucht. Dazu analysierten die Wissenschaftler unter anderem Proben von Patienten aus verschiedenen Biobanken.

Es zeigte sich, dass das CD79a-Niveau bei Betroffenen mit einer B-ALL mit ZNS-Befall signifikant höher liegt als in einer Vergleichsgruppe ohne ZNS-Befall. „Wir konnten zeigen, dass das Vorkommen des CD79a-Moleküls in den B-ALL-Zellen anzeigt, wie gut sich eine Leukämie im Nervensystem einnisten kann“, erklärte Erstautor Lennart Lenk, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe „Translationale ALL-Forschung“.

Die Expression des Moleküls eignet sich jedoch möglicherweise nicht nur als Diagnosemarker. „In verschiedenen Experimenten konnten wir zeigen, dass das Ausschalten des Moleküls das Anwachsen von Leukämiezellen stark verminderte“, so Lenk. Möglicherweise sei CD79a selbst Voraussetzung dafür, dass es zu einer ZNS-Infiltration komme, so der Wissenschaftler.

Im Augenblick werden laut den Forschern alle B-ALL-Patienten prophylaktisch mit einer Chemotherapie oder Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie behandelt, die das Einwandern der Krebszellen in das ZNS verhindern soll. Wegen der unspezifischen toxischen Wirkung und einer dadurch möglichen dauerhaften Schädigung des Nervensystems sei diese Behandlungsformen insbesondere bei Kindern aber problematisch. Die Forscher hoffen nun auf eine präzisere Diagnostik auf der Basis ihrer Erkennt­nisse zu CD79a. © hil/aerzteblatt.de

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