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Mainzer Telemedizinprojekt vernetzt Ärzte und Patienten

Dienstag, 2. März 2021

/medistock, stock.adobe.com

Mainz – Ein neues Telemedizinprojekt der Universitätsmedizin Mainz soll die Versorgung von Kindern mit einer angeborenen Fehlbildung der Speiseröhre – einer Ösophagusatresie – verbessern.

Das Vorhaben namens „TIC-PEA“ (Telemedical Interdisciplinary Care for Patients with Esophageal Atresia) bietet den behandelnden Ärzten die Möglichkeit, sich regelmäßig per Videokonferenz mit Experten un­terschiedlicher Fachrichtungen auszutauschen.

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Außerdem berät die Selbsthilfeorganisation für Kinder und Erwachsene mit kranker Speiseröhre (KEKS) die betroffenen Familien. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses unterstützt TIC-PEA. Außerdem beteiligt sich die Techniker Krankenkasse daran.

Bei der Ösophagusatresie ist die Speiseröhre nicht durchgängig angelegt oder fehlt vollständig. In man­chen Fällen wird die Erkrankung bereits im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen in der Schwanger­schaft erkannt. So kann zum Beispiel zu viel Fruchtwasser ein Hinweis auf eine Ösophagusatresie sein.

Nach der Geburt fallen die betroffenen Neugeborenen oft beim ersten Fütterungsversuch durch ver­mehr­­ten, schaumigen Speichel und Husten auf. Sie sind nicht in der Lage zu schlucken und können keine Muttermilch oder Ersatznahrung zu sich nehmen.

Unbehandelt würde die Erkrankung unweigerlich zum Tod des Kindes führen. In der Regel erfolgt des­halb bereits innerhalb der ersten 48 Lebensstunden ein chirurgischer Eingriff. In Deutschland werden pro Jahr etwa 200 Kinder mit Ösophagusatresie geboren.

„Mit TIC-PEA wollen wir eine Brücke für den Erfahrungsaustausch zwischen den Ärzten schlagen und die frühzeitige Vernetzung der betroffenen Familien unterstützen, um letzten Endes auch die Versorgung von Kindern mit Ösophagusatresie insgesamt zu verbessern“, erläutert die Studienärztin Anna-Franziska Lenz von der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Universitätsmedizin Mainz.

Als Modellprojekt könnte der Ansatz auch auf weitere Krankheiten übertragen werden. Insbesondere Patienten anderer seltener Erkrankungen könnten von einem telemedizinischen Versorgungsnetzwerk profitieren. © hil/aerzteblatt.de

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