NewsPolitikCorona: Gesundheits­ministerium schlägt zwei kostenfreie Schnelltests pro Woche für alle vor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Corona: Gesundheits­ministerium schlägt zwei kostenfreie Schnelltests pro Woche für alle vor

Montag, 1. März 2021

/picture alliance, Hendrik Schmidt

Berlin – Mit Blick auf mögliche weitere Öffnungen des Coronalockdowns schlägt das Bundesministe­rium für Gesundheit (BMG) zwei kostenfreie Schnelltests pro Woche für alle Bürger vor. Sie sollen von geschul­tem Personal abgenommen werden können – etwa in Testzentren oder Praxen, aber auch bei weiteren Dienstleistern. Das geht aus einem neuen Diskussionspapier des Ministeriums hervor, das auch den Bundesländern zugeleitet wurde.

Diese Möglichkeiten zu „Bürgertests“ sollen vorerst bis Ende Juni angeboten werden, für Anfang Juni ist eine Evaluation geplant. Der konkrete Starttermin im März ist laut dem Vorschlag noch offen. Damit in kurzer Zeit ausreichend Testkapazitäten entstehen, solle der Kreis der damit zu beauftragenden Stellen um Dienstleister erweitert werden, die etwa schon an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen in kurzer Frist Testzentren aufgebaut haben, heißt es im Papier.

Anzeige

Das Ergebnis eines solchen Schnelltests soll man schriftlich oder digital ausgehändigt bekommen – auch zur Vorlage bei Behörden nach der Einreise aus bestimmten Risikogebieten oder etwa beim Besuch von Pflegeheimen. Denkbar wäre dies demnach auch als Voraussetzung zum Betreten bestimmter Ein­richtungen. Bei einem positiven Testergebnis soll man künftig gleich vor Ort noch eine weitere Probe nehmen lassen können, um das Ergebnis mit einem genaueren PCR-Tests zu überprüfen.

Als Vergütung kalkuliert das Ministerium mit bis zu sechs Euro pro Schnelltest plus zwölf Euro fürs Test­abnehmen und das Ausstellen eines Testzeugnisses. Diese Vergütung sei nötig, um eine ausreichende Zahl von Anbietern sicherzustellen. Die Kosten soll der Bund tragen. Dafür geschätzt werden 540 Millio­nen bis 810 Millionen Euro pro Monat. Dabei wird nach Erfahrungswerten angenommen, dass etwa zwei bis 2,5 Prozent der Bevölkerung pro Tag ein solches Angebot nutzen.

Daneben sollen Coronaselbsttests für zu Hause zusehends genutzt werden können, von denen die ers­ten nun zugelassen worden sind. Als Einsatzmöglichkeit nennt das Ministerium, dass sie mehr Sicherheit in einer konkreten Situation geben könnten – im privaten Kontext für den Getesteten selbst, aber etwa auch bei Familientreffen.

Im Sinne eines „präventiven Lebensweltenansatzes“ sinnvoll sei zudem ein Angebot zu ein oder zwei Tests pro Woche für Schüler sowie für Beschäftigte in Unternehmen. Die Tests samt einer Einführung in den richtigen Gebrauch müssten Schulen und Arbeitgeber bereitstellen.

Denkbar wären auch Selbsttests unter „Aufsicht“ direkt vor Ort durch einen Veranstalter. Dies könnte – alternativ zu einem bestätigten Schnelltest – auch als Voraussetzung dienen, um Restaurants, Theater oder Kinos zu betreten, heißt es in dem Papier. Selbsttests sollen nun bald in Apotheken, anderen Ge­schäften und online zu haben sein.

Mit den finanziellen Rahmenbedingungen solle sich auch noch eine interministerielle Arbeitsgruppe der Bundesregierung beschäftigen. Es solle dabei auch geprüft werden, ob Selbsttests möglicherweise die Bürger nur „eine angemessene Eigenbeteiligung“ kosten sollen. Auch bei Selbsttests sollte man nach einem positiven Ergebnis einen PCR-Labortest machen und vorerst in häusliche Quarantäne gehen.

Große Einzelhändler planen offenbar den baldigen freien Verkauf von Coronaschnelltests zur Selbstan­wendung. „Wir rechnen mit einer Verfügbarkeit für unsere Kunden frühestens ab dem 9. März, sofern die Lieferzusagen des Herstellers eingehalten werden können“, erklärte der zuständige Geschäftsführer der Drogeriemarktkette dm, Sebastian Bayer. Man sei im engen Austausch mit dem Bundesgesundheitsmi­nis­terium und mit anderen Behörden. Das Unternehmen betonte, dass die Tests bei richtiger Anwendung eine hohe Zuverlässigkeit hätten.

Auch die Drogeriemarktkette Rossmann peilt den 9. März als Verkaufsstart an, „sofern die Lieferzusagen eingehalten werden“, wie eine Sprecherin mitteilte. Um möglichst vielen Kunden einen Test anbieten zu können, werde die Abgabemenge begrenzt. Rossmann arbeite mit Hochdruck daran, auch Tests anderer Hersteller ins Angebot aufnehmen zu können.

Andere Einzelhändler planen ebenfalls den Einstieg in dieses Produktsegment, machen dies aber von der Verfügbarkeit abhängig und nennen noch keinen Termin für den Verkaufsstart. Aldi Süd will den Verkauf „in Kürze“ starten. Auch Edeka sitzt an dem Vorhaben, macht hierbei aber keine Angaben für einen möglichen Verkaufsbeginn. Lidl und Rewe teilten mit, so eine Sortimentserweiterung zu prüfen.

Seit Beginn der Pandemie vor etwa einem Jahr hat der Einzelhandel recht schnell Produkte in seine Ver­kaufsregale gehievt, die zu Kassenschlagern wurden – ob Desinfektionsmittel oder Schutzmasken. Wie teuer die Selbsttests sein könnten, dazu machte noch kein Unternehmen konkrete Angaben. Auch in Apotheken sollen die Präparate im freien Verkauf zu haben sein. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #789658
2haeschen
am Dienstag, 2. März 2021, 14:38

Schön geschrieben ...

und gut auf den Punkt gebracht Dr. Schaetzler ...
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 2. März 2021, 14:22

Modernes Märchen

Es war einmal eine Pandemie...

Die Bundesregierung beschloss jedem Bürger über 60 Jahre zweimal 6 Stück FFP2 Masken zu schenken. Warum 6 Stück bleibt ein Geheimnis, denn die Woche hat 7 Tage und die Verpackungseinheiten sind 5 oder 10 Stück.

Da entschied aber die Bundesregierung die Verteilung ihrer beamteten Bürokratie zu überlassen. Somit veranlasste man die Krankenkassen, welche zur Zeit wahrlich nicht unterbeschäftigt sind, die entsprechenden Anschriften herauszusuchen. Nun hätte man damit einfach jedem Anspruchsberechtigtem zwei Pakete a 6 Masken zusenden können. Hätte, aber das war wohl für einen Beamten zu einfach.

Die Bundesdruckerei wurde beauftragt, 34,1 Millionen fälschungssichere Coupons zu drucken. Die Kosten für Druck und Design belaufen sich auf rund 9,3 Millionen Euro. Nun versendet man die 34,1 Millionen Coupons für 27 Millionen Porto an die Berechtigten.

Die Berechtigten, alle zur Risikogruppe gehörend, müssen dann im Winter zu einer Apotheke gehen, sich dort anstellen und bekommen gegen Zahlung einer 2,- € Schutzgebühr 6 Stück FFP2 Masken. Die Apotheke darf jede Maske mit 6,- ( SECHS EURO ) abrechnen.

Insgesamt ist es tatsächlich gelungen für diese Maßnahme 2,5 Milliarden an Steuergeldern zu verbrennen.

Aktuell kostet im freien Handel bei Netto bei Abnahme einer FFP2 Maske einzeln verpackt eine Maske 99 Cent. Da Netto nicht die Heilsarmee ist, wird also Netto bei den 99 Cent noch etwas verdienen. Und bei Abnahme von 34 Millionen sind wahrscheinlich noch ein paar Prozente drin.

Für die 2,5 Milliarden hätte man auch einfach jedem Bundesbürger zweimal 10 Masken per Postwurfsendung schicken können.

Und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt diese Bundesregierung noch heute!!!

https://www.doccheck.com/de/detail/articles/31946-modernes-maerchen

Mf +kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #809593
Haasköln
am Dienstag, 2. März 2021, 01:13

Und dafür...

...hat man ein Jahr benötigt - wie erbärmlich!
LNS
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER