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Curevac: Neuer Schritt bei Entwicklung des Impfstoffdruckers

Dienstag, 2. März 2021

Erster Prototyp eines RNA-Druckers des Bio-Tech-Unternehmens Curevac in Tübingen./ picture alliance, Curevac

Tübingen – Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac will mit kleinen, mobilen Produktionsanlagen ab diesem Sommer Impfstoffe herstellen. Nach einem Prototypen werden zurzeit zwei weiter entwickelte Geräte in einem Reinraum in Tübingen installiert, wie ein Sprecher mitteilte. „Wir sind damit noch nicht in der Marktproduktion“, sagte der Sprecher.

Denn es müssen erst noch bestimmte Anforderungen und Richtlinien nach einem bestimmten Standard (Good Manufacturing Practice) erfüllt werden. Als Reinraum wird ein Raum bezeichnet, der eine extrem geringe Konzentration luftgetragener Teilchen aufweist. Zahlreiche Medizinprodukte müssen im Rein­raum gefertigt werden.

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Die Herstellung des Botenmoleküls mRNA ist laut dem Unternehmenssprecher mit einem Drucker nicht mehr durch die Großanlagenproduktion eingeschränkt und man kann schnell auf Krankheitsausbrüche reagieren. Der Vorteil sei, dass mRNA-Vakzine direkt dort hergestellt werden könnten, wo sie gebraucht werden und das weltweit. Dafür werden wie bei einem Druckauftrag genetische Informationen eines Virus in den Drucker eingespeist, der dann automatisch den passenden Impfstoff produziert.

Laut dem Curevac-Sprecher entwickelt das Unternehmen gerade mehrere strategische Modelle für den weltweiten Vertrieb. Zum Preis eines solchen Geräts wollte sich Curevac nicht äußern. „Es wird auf jeden Fall preiswerter als fest installierte Produktionsanlagen“, erklärte der Sprecher. In dem Botenmolekül mRNA steckt die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen.

Vorstellen muss man sich den Prototyp laut dem Curevac-Sprecher als Minifabrik mit einer Länge von vier bis fünf Metern und einer Breite und Höhe von je zwei Metern. Der RNA-Drucker könne in Kranken­häusern stationiert werden, um vor Ort personalisierte Medizin zu fertigen und anzubieten. In einem Zeitraum von wenigen Wochen könne er Hunderttausende Impfdosen herstellen. Das sei aber immer abhängig davon, welche Dosis das jeweilige Arzneimittel habe.

An den Mikro-Fabriken arbeitet Curevac mit der Tesla-Tochterfirma Grohmann Automation (Rheinland-Pfalz) zusammen. Tesla Grohmann Automation ist nach eigenen Angaben ein weltweit führendes Unter­nehmen für hochautomatisierte Produktionssysteme.

Curevac-Gründer Ingmar Hoerr hatte erst kürzlich erklärt, dass Tesla-Chef Elon Musk bei einem Krisenge­spräch in Palo Alto davon überzeugt werden musste, dass Curevac das Know-How von Grohmann für diese tragbaren Drucker brauche.

In Anspielung auf Teslas „Starship“, das irgendwann Fracht und Menschen zum Mond und zum Mars be­fördern soll, habe er zu Tesla gesagt: „Der Drucker ist auch so eine Art Mondfahrt.“ Musk habe sich dann persönlich darum gekümmert, dass die Arbeit mit dem Drucker fortgesetzt werden könne, sagte Hoerr.

Der Curevac-Impfstoff basiert wie der Impfstoff von Biontech und seines US-Partners Pfizer auf dem Bo­tenmolekül mRNA, das im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes anregt. Dies löst eine Immunreak­tion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll. An der Phase-III-Studie von Curevac nehmen derzeit rund 35.000 Teilnehmer in Europa und Lateinamerika teil. Zwischenergebnisse sollen Anfang des zwei­ten Quartals vorliegen. Dann rechnet Curevac auch mit einer möglichen Zulassung.

Die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA hatte das schnelle Prüfverfahren für den Impfstoff Mitte Februar gestartet. Die Entscheidung beruht auf den vorläufigen Ergebnissen von Labortests und klinisch­en Studien. Daraus wird laut der EMA deutlich, dass der Impfstoff die Produktion von Antikörpern gegen das Coronavirus anregt. © dpa/aerzteblatt.de

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