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Medizin

Hirnglia an der Regulation von Emotionen beteiligt

Donnerstag, 15. April 2021

Amygdala (lila) /Cliparea.com, stockadobecom

Straßburg – Mikrogliazellen im Gehirn – die Astrozyten – beteiligen sich offenbar an der Regulation positiver Emotionen. Das berichtet ein internationales Forscherteam in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience (2021: DOI: 10.1038/s41593-021-00800-0).

Astrozyten bilden einen wichtigen Teil neuronaler Netzwerke und beeinflussen die neuronale Funktion über Synapsen, die es ihnen ermöglichen, direkt mit Neuronen zu kommunizieren. Astrozyten sind aktiv an der Aufnahme und Abgabe verschiedener Neurotransmitter, wie Adenosintriphosphat (ATP), Glutamat und D-Serin beteiligt.

Die Arbeitsgruppe um Alexandre Charlet vom Centre National de la Recherche Scientifique in Straßburg/Frankreich und Valery Grinevich, Leiter der Abteilung Neuropeptidforschung in der Psychiatrie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (Zi) Mannheim zeigten eine bislang unbekannte Bedeutung von Astrozyten im Gehirn auf.

Die Wissenschaftler haben sich bei ihrer Arbeit auf das Neuropeptid Oxytocin konzentriert, das eine Vielzahl physiologischer Reaktionen und Verhaltensweisen beeinflusst, darunter Angst, Schmerz und Stress. Sie konnten zeigen, dass oxytocinrezeptorpositive Astrozyten so in einer Struktur namens Amygdala im Gehirn positioniert sind, das sie eine effiziente Verbreitung von Informationen über die gesamte Astrozytenpopulation ermöglichen.

Die Aktivierung dieser oxytocinrezeptorpositiven Untergruppe rief in einem speziellen Test positive Emotionen und Wohlbefinden bei Ratten und Mäusen hervor. Andererseits führte eine gezielte Störung von oxytocinrezeptorpositiven Astrozyten in der zentralen Amygdala zu einer gestörten Signalüber­tragung innerhalb des Amygdalanetzwerkes.

Beim Menschen spielt die zentrale Amygdala eine wichtige Rolle bei der emotionalen Regulation. Diese Struktur wird mit vielen psychiatrischen Erkrankungen wie Schizophrenie, Autismus und allgemeiner Angststörung in Verbindung gebracht.

„Die neuen Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung von oxytocinrezeptorpositiven Astrozyten in der zentralen Amygdala und stellen die vorherrschende Hypothese in Frage, welche besagt, dass Neuro­peptide ausschließlich Neuronen aktivieren“, sagte Grinevich.Die Wissenschaftler hoffen darauf, dass ihre Forschung neue Ansätze bei der Behandlung von Angsterkrankungen eröffnen könnte. © hil/aerzteblatt.de

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