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Kompetenznetz empfiehlt Strategie für den Einsatz von Coronaschnelltests

Mittwoch, 3. März 2021

/picture alliance, Peter Kneffel

Bremen – Beim Einsatz von Antigenschnelltests auf SARS-CoV-2 empfiehlt das Kompetenznetz Public Health COVID-19 eine adaptive Strategie: Es sollten gezielt Personen getestet werden, die mit einer er­höhten Wahrscheinlichkeit mit SARS-CoV-2-infiziert sind („gezieltes Testen“) und die Tests sollten stärker eingesetzt werden, um Menschen mit einem hohen Risiko für schwere Krankheitsverläufe zu schützen („protektives Testen“). Details dazu stellt das Kompetenznetz in einem neuen „Policy Brief“ vor.

„Antigenschnelltests bieten zur Eindämmung der SARS-CoV-2-Pandemie große Chancen, da sie kosten­günstig und schnell einen Großteil der Fälle mit einer hohen Viruslast entdecken können“, heißt es darin. Vor allem wiederholtes Testen biete die Chance, Ausbrüche zu kontrollieren.

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Der großflächige Einsatz von Antigenschnelltests sei jedoch mit Herausforderungen verbunden: Der un­gezielte, bevölkerungs­weite Einsatz sei mit hohen Kosten verbunden und in Regionen mit niedrigen In­fektionszahlen könne die Zahl falsch-positiver Testergebnisse die Zahl der korrekt-positiven Testergeb­nisse um ein Vielfaches übersteigen.

Die Wissenschaftler fordern daher eine Gesamtstrategie: Diese sollte neben den Tests auch die Kontakt­nachverfolgung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst umfassen, eine zielgruppen- und kultur­sen­siblen Aufklärungs- und Informationskampagne sowie einheitlichen Verfahrensanweisungen für die Testung.

„Im Rahmen des gezielten Screenings sollten zudem alle Personen mit Symptomen einer akuten Atem­wegsinfektion sowie Kontaktpersonen der Kategorie I und II gezielt getestet werden und bei einem PCR-positiv bestätigen Testergebnis direkt in die Kontaktpersonennachverfolgung eingebunden werden“, so die Autoren des Policy Brief.

In Regionen und Settings mit hohen Infektionsraten biete sich eine gezielte Testung aller Personen in mehreren Testwellen an. „Die Testung sollte so lange wiederholt werden, bis kein weiterer Infektionsfall mehr identifiziert wird“, empfehlen die Wissenschaftler. Außerdem sollte bei Risikogruppen gezielt ge­testet werden, zum Beispiel beim Personal in und den Besuchern von Pflegeeinrichtungen.

Das Kompetenznetz Public Health zu COVID-19 ist ein Zusammenschluss von mehr als 25 wissen­schaftlichen Fachgesellschaften und Verbänden aus dem Bereich Public Health. Sie vertreten nach eigenen Angaben mehrere Tausend Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. © hil/aerzteblatt.de

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