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Politik

Spahn: Mehr als genug Schnelltests verfügbar

Freitag, 5. März 2021

/picture alliance, Zacharie Scheurer

Berlin – Vor dem geplanten Start massenhafter Coronaschnelltests ist Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) Befürchtungen über einen möglichen Mangel an ausreichenden Tests entgegengetreten. „Von diesen Schnelltests sind mehr als genug da, sie sind verfügbar, sind einfach bestellbar“, sagte Spahn heute in Berlin. „Die Hersteller sagen uns, dass die Lager voll sind.“

Ab Montag will der Bund für alle Bürger mindestens einmal pro Woche einen Schnelltests finanzieren. Getestet werden soll in lokalen Testzentren, die die Kommunen mit Partnern organisieren. Zudem sollen das Personal in Schulen und Kitas sowie Schüler in jeder Präsenzwoche mindestens einen kostenfreien Schnelltest erhalten.

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Die kostenfreien Schnelltests würden aber nicht überall gleich am Montag bereit stehen sein, räumte Spahn ein. Dies liege nicht an der Verfügbarkeit der Tests, sondern daran, dass diese auch ausgeliefert und die Anwendung organisiert werden müssten.

Die erforderlichen Strukturen seien teilweise schon vorhanden, teilweise müssten sie aber noch entste­hen. Er sei aber zuversichtlich, dass das Angebot zügig vor Ort umgesetzt werden könne, betonte Spahn. Jedes Testzentrum wisse, wo die bereits seit längerem verfügbaren Antigenschnelltests bestellbar seien.

Ähnlich äußerte sich Nordrhein-Westfalens Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU). Bei den Schnelltests sei „nicht das Material das Problem“, hob auch er hervor. Man müsse aber auch die Men­schen haben, die diese Tests vornehmen, etwa in Schulen, aber auch in der staatlichen Verwaltung. Da gebe es teilweise „das Problem, schnell zu mobilisieren“.

Zu den herkömmlichen Schnelltests durch geschultes Personal kommen nun noch die Laienselbsttests zur Eigenanwendung. Bislang gibt es sieben zugelassene Produkte. Nach Aussage einiger Hersteller seien 20 Millionen Selbsttests pro Woche machbar, sagte der Ge­sund­heits­mi­nis­ter. „Damit wäre jeder Schüler zweimal pro Woche testbar.“

Spahn betonte, bei allen Schnelltests müsse ein positives Ergebnis dann durch einen PCR-Test überprüft werden. Auch bei einem negativen Ergebnis dürfe sich niemand „in falscher Sicherheit wiegen“. Das Tragen einer Maske und Abstandhalten seien weiter nötig.

Zudem werde auch künftig auf Schnelltests durch Fachpersonal nicht verzichtet werden können, sagte der Minister. Dies gelte überall dort, wo ein Nachweis über das Testergebnis benötigt werde, zum Bei­spiel bei Besuchen in Pflegeheimen oder auch bei Reisen. Zudem gebe es Situationen, wo jemand einen Test nicht selbst machen könne oder wolle.

Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), räumte ein, dass mehr Schnell- und Selbsttests auch dazu führen dürften, dass mehr Infizierte entdeckt werden. Ausschlaggebend würden dafür aber immer nur die Resultate der anschließenden PCR-Tests sein. Wieler wies auch darauf hin, dass zur Bewertung des Infektionsgeschehens ohnehin immer auch weitere Faktoren mit herangezogen würden.

Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, rief dazu auf, zusätzliche Corona­schnelltests vor allem in Schulen und Kitas vorzunehmen. Es sei zwar sinnvoll, auf breite Testungen zu setzen und bestimmte Öffnungen an diese zu koppeln, „dabei darf aber nicht der Fokus auf die dringen­den Bereiche verloren gehen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Grundsätzlich sei es je­doch sinnvoll, wenn auch in Betrieben oder zu Hause breit getestet werde. © afp/aerzteblatt.de

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