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Ärzteschaft

Initiative will Parkinsonforschung mehr Schub verleihen

Donnerstag, 4. März 2021

/medistock, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG) hat öffentlich dazu aufgerufen, Parkinson und Bewegungsstörungen konsequenter zu bekämpfen. Die Wissenschaft habe mittlerweile das notwendige Know-how. Was fehle, sei die stringente Förderung und Strukturierung dieser medizinischen Forschung, sagte DPG-Vorsitzender Günter Höglinger.

Um diesen Prozess voranzutreiben, hat die Fachgesellschaft die Initiative „Parkinson-Agenda 2030“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit die Gesellschaft für die Belange der Patienten mit Parkinson und anderen Bewegungsstörungen zu sensibilisieren und die nationale Förder­landschaft für die Erforschung der Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten deutlich zu verbessern.

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„Die Parkinsonwissenschaft ist davon überzeugt, dass wir bis 2030 die ersten ursächlichen Therapien im Einsatz haben könnten. Damit können wir das Fortschreiten der Parkinsonerkrankung und anderer Bewe­gungsstörungen bremsen oder sogar ihr Auftreten verhindern“, sagte Höglinger.

Was die medizi­nische Forschung erreichen könne, habe die erfolgreiche Entwicklung zahlreicher Impf­stoffe gegen das SARS-CoV-2-Virus in nur kurzer Zeit bewiesen. Entscheidend waren aus seiner Sicht der durch die Pandemie entstandene Erfolgsdruck, die hohen Investitionen auch von öffentlicher Hand sowie die Aussicht auf Refinanzierung der Entwicklungskosten für die Unternehmen. Bei Parkinson und ande­ren Bewegungsstörungen dagegen seien die öffentliche Aufmerksamkeit, die verfügbaren Mittel sowie der kollektive Wille, das Problem zeitnah zu lösen, deutlich geringer.

„Dabei könnte die Forschung mit neuen Technologien wie Biomarkern, genetischer Stratifizierung und molekularen Therapien in den kommenden zehn Jahren auch eine Revolution in der Therapie der Parkinsonkrankheit und anderer Bewegungsstörungen einleiten“, so Höglinger.

In den vergangenen Jahrzehnten habe die Medizin zwar erfolgreich symptomatische Therapien für die Patienten entwickelt, die zur Erleichterung der Symptome führen. Aber eine Verzögerung des Fortschrei­tens der Krankheit oder gar ein Verhindern des Krankheitsausbruchs leisten sie laut Höglinger nicht.

Dabei seien Parkinson und andere Bewegungsstörungen von großer gesellschaftlicher Relevanz. Allein in Deutschland sind der DPG zufolge rund 400.000 Patienten von Parkinson betroffen.

„Es fehlt der nachhaltige politische Wille, die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung nun auch zeitnah in die Entwicklung neuer Therapien für Parkinson und andere Bewegungsstörungen zu überfüh­ren“, kritisierte Höglinger.

Hierzu brauche es eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung, weil es einzel­nen Forschungsgruppen aus eigener Kraft nicht gelingen könne. „Das Forschungspotenzial ist vorhan­den, doch bei der Entwicklung ursächlicher Therapien geht es viel zu langsam voran“, so Höglinger. © hil/sb/aerzteblatt.de

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