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Politik

Kontaktnach­verfolgung per App soll einfacher werden

Donnerstag, 4. März 2021

/picture alliance, Wedel/Kirchner-Media

Berlin – Bei der Aufhebung des Coronashutdowns soll verstärkt der Einsatz von Smartphone-Apps zum Zuge kommen. Helfen soll dabei eine Smartphone-App zur „Kontaktnachverfolgung insbesondere für Besuche von Veranstaltungen, von Außengastronomie und Ähnlichem“, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach den gestrigen Beratungen von Bund und Ländern sagte.

Sie soll bundeseinheitlich ausgewählt werden. Eine Entscheidung für eine bestimmte App gibt es noch nicht, die Bundesländer entscheiden dies bis Montag, erklärte das Bundes­gesund­heitsministerium (BMG) heute. Allerdings habe man sich darauf festgelegt, dass es eine einheitliche App sein sollte, hieß es weiter.

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Die Corona-Warn-App ersetze diese neue App aber nicht. Von einer „sinnvollen Ergänzung“ spricht das BMG. Um diese einzusetzen müssen die Bundesländer ihre Schutzverordnungen anpassen und die Gesund­heits­ämter die entsprechende Schnittstelle in ihre Systeme integrieren.

Das müsse auf regionaler Ebene passieren, finanziert werden könnte dies beispielsweise aus dem Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, den das BMG vor einigen Monaten aufgelegt hat. Wird eine App beauftragt, soll das Backend für den Zugang zu den Gesundheitsämtern in das Sormas-System beauf­tragt werden.

Außerdem wird, ähnlich wie beim Steuersystem Elster, ein Land bestimmt, das das Backend künftig be­treibt. Die Finanzierung dafür sowie die Finanzierung des ausgewählten und beauftragten Systems über­nimmt der Bund in den kommenden 18 Monaten.

Als Beispiel nannte die Kanzlerin die Smartphone-Anwendung „Luca“, hinter der unter anderem der Rapper Smudo von den Fantastischen Vier steht. Die Idee: Statt in jedem Restaurant seinen Namen und seine Adresse auf einen Zettel zu schreiben, den der Wirt dann für eine mögliche Kontaktnachverfolgung aufheben und im Infektionsfall an das Gesundheitsamt übergeben muss, können die Nutzer der App mit wenigen Klicks ihren Besuch im Restaurant dokumentieren. Dazu scannen sie am Eingang einen QR-Code ein.

Wenn sie das Restaurant wieder verlassen, checken sie aktiv oder – über die Ortungsfunktion ihres Handys – automatisch wieder aus. „Das Ganze wird mit den Gesundheitsämtern verbunden, sodass wir bundeseinheitlich eine elektronische Kontaktnachverfolgung in der Länderkompetenz durchsetzen können", sagte Merkel.

Auch private Treffen können mit der Luca-App dokumentiert werden. Dazu können in der App QR-Codes generiert und mit denen von Freunden und Familie verknüpft werden. Entwickelt wurde die App von den drei Berlinern Philipp Berger, Marcus Trojan und Patrick Hennig. Ihre Firma Nexenio ist eine Ausgrün­dung des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam, unterstützt werden sie von Kulturschaffenden wie Smudo.

Nach Angaben der Macher soll die Luca-App die Corona-Warn-App des Bundes nicht ersetzen, sondern ergänzen, indem sie die Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter vereinfacht. Das BMG kün­digte außerdem heute an, dass die Corona-Warn-App ab Mitte April eine eigene Eventregistrierung für die App plane, die „zeitnah nach Ostern“ zur Verfügung gestellt werden soll. Dabei bleibe die Anony­mität des Nutzers gewahrt, es werden keine persönlichen Daten ausgetauscht, eine Warnung über einen möglichen positiven Test geht nur an die entstandenen Kontakte heraus.

Bei der Luca-App werden die Daten nach Angaben der Entwickler anonym und verschlüsselt gespeichert. Von Betreibern und Veranstaltern können sie nicht eingesehen werden. Erst wenn ein Infektionsfall auf­tritt, kann das Gesundheitsamt die Nutzer um eine Freigabe ihrer Daten bitten. Anhand der Aufent­halts­orte der letzten 14 Tage kann das Gesundheitsamt dann die Veranstaltungsorte kontaktieren und auch sie um eine Freigabe der verknüpften Datensätze bitten. So kann das Gesundheitsamt dann alle anderen Nutzer warnen, die etwa zusammen mit dem Infizierten im Restaurant waren.

Die Einbindung der Gesundheitsämter steht bisher noch ganz am Anfang: In Jena, auf den Nordseeinseln Sylt, Amrum und Föhr, in Nordfriesland und im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt wird die App bereits ge­nutzt, wie ein Sprecher sagte. Die teilnehmenden Betriebe sind dabei ganz unterschiedlich – in Restau­rants oder Bars kann die App wegen des Lockdowns aktuell ja noch gar nicht genutzt werden. Erprobt wurde Luca nach Angaben des Sprechers aber schon in Bürgerämtern, bei Stadtratssitzungen, in Alten- und Pflegeheimen und Büros. © bee/afp/aerzteblatt.de

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