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Politik

RKI-Chef: Wird noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten

Freitag, 5. März 2021

/picture alliance, Michael Kappeler

Berlin – Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht „Signale einer Trendumkehr“ bei der Coronapandemie in Deutschland. Es erwartet, dass die ansteckendere britische Mutante demnächst die Oberhand gewinnt, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler heute in Berlin.

Es sei „absehbar, dass B.1.1.7 bald die vorherrschende Variante in Deutschland sein wird“. Dann werde es „noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten“. Die in Großbritannien entdeckte Variante sei „noch ansteckender und noch gefährlicher“.

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Zuletzt seien die Fallzahlen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) tenden­ziell wieder gestiegen, auch würden nach wie vor zu viele Todesfälle verzeichnet, sagte Wieler. Gemein­sames Ziel sei ein Frühling mit möglichst wenig Neuerkrankungen, schweren Verläufen und Todesfällen. „Das können wir erreichen.“

Der RKI-Chef rief dazu auf, die Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckungen weiter konsequent einzuhal­ten und Impfangebote wahrzunehmen. „Die Impfstoffe und alle, die sich impfen lassen, weisen uns den Weg aus dieser Pandemie.“

Nach RKI-Daten von heute haben Gesundheitsämter in Deutschland binnen eines Tages 10.580 Corona­neuinfektionen gemeldet. Vor genau einer Woche hatte der Tageswert bei 9.997 Neuinfektionen gele­gen. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI heute Morgen bundesweit bei 65,4 – und damit etwas höher als am Vortag (64,7). Vor vier Wochen, am 5. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 79,9 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der Höchststand von 1.244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den bin­nen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3.500 Nachmeldungen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.482.522 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland (Stand: 5.3., 5.20 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.292.100 an. Die Ge­samtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 71.504.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von heute bei 0,99 (Vortag 0,93). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 99 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektions­geschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. © dpa/aerzteblatt.de

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Mafey
am Sonntag, 7. März 2021, 08:57

Einseitige Berichterstattung im Ärzteblatt

Die Coronaberichterstattung im Ärzteblatt ist vollkommen einseitig. Mir fehlen kritische Stimmen kompetenter Wissenschaftler zur Impfung sowie zur Art und Weise der Datenqualität und Darstellung durch das RKI und die sogenannte Öffentlichkeit. Kritiker der Leopoldina, Stimmen aus dem Netzwerk für evidenzbasierte Medizin u.v.a. werden nicht berücksichtigt. Das ist unwissenschaftlich. Wenn ich schon Pflichtbeiträge entrichten muss, erwarte ich mehr Vielfalt bei so einem existentiellen Thema.
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