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Politik

Steinmeier ruft zum gemeinsamen Gedenken für Coronaopfer auf

Freitag, 5. März 2021

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier führt im Schloss Bellevue ein Gespräch mit Hinterbliebenen, die in der Corona-Pandemie Angehörige verloren haben./ picture alliance, Wolfgang Kumm

Berlin – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum gemeinsamen Gedenken für die Opfer der Co­ronapandemie aufgerufen. Viele Menschen im Land seien seinem Aufruf gefolgt, als Zeichen der Trau­er und Anteilnahme ein Licht ins Fenster zu stellen, sagte Steinmeier heute bei einem Treffen mit Hin­ter­bliebenen im Schloss Bellevue in Berlin. Dafür sei er sehr dankbar. „Ich glaube aber, dass wir der Ver­storbenen auch gemeinsam, als Gemeinschaft gedenken sollten.“

Steinmeier rief dazu für den 18. April auf. An diesem Tag ist eine Gedenkfeier der Staatsspitze mit Hin­ter­­bliebenen geplant. „Und ich würde mich freuen, wenn an diesem Tag die Menschen überall in unse­rem Land der Verstorbenen gedenken.“

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Als Bundespräsident halte er es für sehr wichtig, dass innegehalten werde, um gemeinsam in Würde Abschied zu nehmen von den Verstorbenen in der Zeit der Pandemie – auch von jenen, die nicht dem Virus zum Opfer gefallen seien, aber genauso einsam gestorben seien, sagte Steinmeier.

Der Bundespräsident traf sich zu einem Gespräch mit Hinterbliebenen, deren Angehörige während der Coronapandemie gestorben sind. Die persönlich im Schloss Bellevue anwesenden oder per Video zuge­schalteten Menschen schilderten in dem Gespräch bewegende Schicksale.

Eine Journalistin berichtete von „endlosen Tagen des Schreckens“, als ihr Vater ohne Besuchsmöglichkeit im Krankenhaus lag und auch ihre Mutter an Corona erkrankte. Die Eltern seien beide dann im selben Krankenhaus gewesen, ohne dass sie sich sehen durften – erst kurz vor dem dann absehbaren Tod des Vaters habe dessen Frau ihn noch einmal sehen können, sie selbst als Tochter habe ihn nicht mehr besuchen dürfen.

Der Sohn eines aus Pakistan stammenden Supermarktgründers in Berlin-Moabit berichtete davon, wie zunächst bei seinem mit Erkältungssymptomen erkrankten Vater ein Coronatest abgelehnt wurde. Der Vater sei dann irgendwann doch noch ins Krankenhaus gekommen und schließlich gestorben. Am To­destag sei ihm zunächst lange der Zutritt ans Sterbebett des Vaters verwehrt worden, erst als die Mutter dies verlassen habe, habe er zu ihm gedurft.

Zur Sprache kam auch das Schicksal einer geistig behinderten jungen Frau aus Essen, die im Januar an COVID-19 starb. Die Mutter berichtete davon, wie sie Heiligabend bei ihrer Tochter war, sich mit dem Versprechen des Wiedersehens verabschiedet habe und dann nicht mehr bis zu ihrem Tod zu ihr kam. © afp/aerzteblatt.de

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