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Politik

Kritik an Spahn wächst

Montag, 8. März 2021

/picture alliance, foto2press, Oliver Baumgart

Berlin –Die Kritik an Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) wächst auch in den Reihen der großen Koalition. CSU-Generalsekretär Markus Blume warf Spahns Ressort Versäumnisse beim Thema Schnelltests vor. „Tests sind die Brücke bis zum Impfangebot für alle. Aber leider sehen wir auch hier wieder: Es wurde zu spät, zu langsam, zu wenig bestellt. Man muss deutlich sagen, es sind wohl Fehler im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium passiert. Jetzt muss endlich geliefert werden“, sagte Blume der Welt vom Samstag.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) forderte mehr Anstrengungen bei der Corona-Impf- und Testkampagne. Der verfügbare Impfstoff müsse überall auch genutzt werden, sagte der Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat am Samstag beim digitalen Parteitag der NRW-SPD. Überall müsse das Impfen so gut organisiert werden, dass die Impfdosen, die jetzt in großen Mengen kämen, auch genutzt würden.

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Spahn verweist auf Länder

Spahn verteidigte die Teststrategie der Bundesregierung. „Es war nie vereinbart, dass der Bund diese Tests beschafft“, sagte er bei einer digitalen Gesprächsrunde mit dem rheinland-pfälzischen CDU-Spitzen­kandidaten Christian Baldauf. „Was vereinbart war, ist, dass wir mithelfen, dass sie zugänglich sind, dass sie verfügbar sind.“ Schnelltests seien „mehr als genug verfügbar“, bekräftigte er. „Deswegen können wir ab Montag als Bund auch sagen, wir übernehmen die Kosten für einen Bürgertest für jeden, der sich mindestens einmal die Woche testen lassen will.“ Die Strukturen dafür würden entstehen.

Kanzleramtschef Helge Braun machte unterdessen wenig Hoffnungen für Reisen über Ostern und blieb auch mit Blick auf den Sommerurlaub vorsichtig. „Ich bin sehr skeptisch, was Reisen an Ostern angeht“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe vo Samstag. Für den Sommerurlaub sei es „ein bisschen kühn, darüber schon zu spekulieren“. Braun betonte aber: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir uns im Sommer - wie im vergangenen Jahr - draußen ziemlich normal bewegen können.“

Selbsttests schnell ausverkauft

Am Samstag begann der Verkauf von Selbsttests im Einzelhandel, den Auftakt machte Aldi. Die Selbsttests waren aber vielerorts innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Der Discounter zeigte sich von dem Ansturm überrascht. „Die Artikel, die wir stationär in den Filialen vorrätig hatten, waren am Vormittag in den meisten unserer Filialen erwartungsgemäß ausverkauft“, teilten Aldi Süd und Aldi Nord mit. Das Interesse an den Tests habe „in dieser Intensität doch überrascht“. Mehrere andere Supermarkt- und Drogeriemarkt-Ketten planen den Verkaufsstart für die kommende Woche.

SARS-CoV-2: Der Coronatest in Eigenregie

Die ersten Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung sind zugelassen. Dass motivierte Laien sie in Eigenregie zuverlässig durchführen können, wurde belegt und eröffnet neue Chancen. Die begrenzte Sensitivität spielt bei regelmäßigem Screening eine untergeordnete Rolle. Wichtig sind Informationskampagnen, die das eigenverantwortliche Handeln der Laien unterstützen. Die Durchführung von

Kritik an der Teststrategie der Regierung kommt auch von den Grünen. „Längst hätte sie eine Teststrategie vorlegen und viele Millionen Tests kaufen können, aber nach Monaten gründet sie jetzt erstmal eine Task Force“, sagte Parteichefin Annalena Baerbock dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Dies sei ein „Wegducken vor Verantwortung“.

„Ich bin heute wirklich fast vom Stuhl gefallen, als die Bundesregierung jetzt ihren Gipfel abgesagt hat mit den Bundes-Wirtschaftsverbänden. Die jetzt darüber auch sehr fassungslos sind, dass Aldi und einige andere - Lidl, DM, Rossmann - die Schnelltests zur Verfügung stellen können, der Bund aber nicht“, sagte FDP-Vize Wolfgang Kubicki RTL und ntv. „Das ist wirklich ein Treppenwitz der Geschichte.“ © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #722910
Dr. Brail
am Montag, 8. März 2021, 18:27

Warum erst jetzt?

Da fragt man sich, warum die Kritiker ihre berechtigte Kritik nicht schon im letzten Jahr laut geäußert haben. Sie sind mitverantwortlich für die Misere mit den Tests, egal, wie laut sie heute kritisieren.
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