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Kinder- und Jugendärzte wollen rasche Umsetzung des Masernschutzgesetzes

Dienstag, 9. März 2021

/dpa

Köln/Berlin – Die Kinder- und Jugendärzte in Deutschland warnen davor, die Umsetzung des Masern­schutzgesetzes um rund eineinhalb Jahre zu verschieben. Eigentlich soll bis Ende Juli dieses Jahres der Immunstatus aller Personen in Schulen und Kitas erfasst werden. Der Bundesrat trat allerdings in der vergangenen Woche auf die Bremse.

Er hatte beschlossen, die Bundesregierung aufzufordern, dem im Infektionsschutz­gesetz fest­gelegten Zeitraum für den Masernschutz in Gemeinschaftseinrichtungen zu verlängern. Das Land Nieder­sachsen hatte den Antrag dazu in den Bundesrat eingebracht.

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Die Länder wollen mehr Zeit zur Um­setzung der neuen Vorgaben des Masernschutzgesetzes. Der Grund: Schulen, Kitas und Gesundheitsäm­ter sähen sich wegen der Coronapandemie außerstande, die gesetz­lich geforderten Vorgaben zu vollzie­hen und fordern daher Zeit bis zum 31. Dezember 2022.

„Deutschland impft im Vergleich mit vielen anderen Ländern schon seit Jahren zu wenig gegen Masern“, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach. Die Um­­setzung des Masernschutzgesetzes dürfe jetzt nicht wegen der Pandemie auf die lange Bank ge­scho­ben werden.

Jede Verzögerung könne dazu führen, dass sich Kinder in Kitas oder Schulen mit der hochansteckenden Krankheit infizieren. Vor allem Immunsupprimierte und Säuglinge, die aufgrund ihres Alters noch nicht geimpft werden konnten, seien gefährdet.

Ralph Köllges, Präventionsbeauftragter Impfen des BVKJ Nordrhein, sprach von einem „Skandal“. „Der Staat ist dafür verantwortlich, dass Kinder und Jugendliche in öffentlichen Einrichtungen sicher sind vor der lebensgefährlichen Masernerkrankung. Eine Verschiebung der Umsetzung des Masernschutzgesetzes bedeutet, dass es diese Sicherheit weitere 1,5 Jahre nicht geben wird“, sagte er.

Köllges appellierte an die Bundesregierung, die Initiative der Länder nicht aufzugreifen, sondern auf der geplanten Umsetzung zu bestehen „und spätestens ab Juli dieses Jahres dafür zu sorgen, dass alle Perso­nen, die in Kitas und Schulen in Deutschland betreut werden oder dort arbeiten, nachweislich gegen Ma­sern geimpft sind“, so Köllges. © hil/aerzteblatt.de

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