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UN-Report: Strahlenschäden durch Fukushima statistisch nicht belegbar

Dienstag, 9. März 2021

/picture alliance, Kyodo

Wien – Die Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011 hat nach Angaben eines UN-Experten­gre­mi­ums in der japanischen Bevölkerung zu keinen statistisch nachweisbaren Schäden durch Verstrah­lung geführt.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie des UN-Strahlenschutzkomitees (UNSCEAR), die heute in Wien zum zehnten Jahrestag der Katastrophe veröffentlicht wurde. Die radioaktive Belastung erhöhe das Krebs­risiko der Bevölkerung nicht in einem Ausmaß, das eindeutig über normalen Werten liege.

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Die Wissenschaftler beleuchteten auch die starke Steigerung an Schilddrüsenkrebs, die im vergangenen Jahrzehnt in der Umgebung des AKW bei Kindern beobachtet wurde. Dazu schreiben sie, die Zunahme sei nicht auf Strahlung zurückzuführen, sondern auf sehr engmaschigen Untersuchungen, die Fälle ans Licht brachten, die sonst unentdeckt geblieben wären. In anderen Gebieten und Ländern ohne radio­ak­tive Belastung habe solches Monitoring ebenfalls zu höheren Zahlen geführt.

Infolge eines starken Erdbebens mit anschließendem Tsunami am 11. März 2011 wurden in Japan insge­samt 18.500 Menschen getötet. Im AKW Fukushima Daiichi kam es im Zuge der Naturkatastrophe zu ei­ner Kernschmelze und damit zu einem Supergau. Wegen der radioaktiven Strahlung mussten 160.000 Anwohner fliehen. Es war die schlimmste Atomkatastrophe seit dem Unfall im ukrainischen AKW Tscher­nobyl 1986.

„Es ist eine Katastrophe, aber es ist keine Strahlenkatastrophe“, sagte die Strahlenbiologin Anna Friedl, die Deutschland im UNSCEAR vertritt. Im Vergleich zu Tschernobyl seien in Fukushima weit weniger ra­dioaktive Stoffe freigesetzt worden – und größtenteils im Meer statt auf Land niedergegangen. Auch ha­be die Bevölkerung dort weniger verseuchte Lebensmittel zu sich genommen, sagte Friedl in ihrer Funktion als Forscherin am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München.

Der Bericht bedeute jedoch nicht, dass wegen des Unfalls gar kein Krebsrisiko bestehe, betonte UNSC­EAR. Unter etwa 170 Rettungskräften, die sehr hoher Strahlung ausgesetzt waren, seien wegen Fuku­shi­ma zwei oder drei zusätzliche Krebs-Fälle zu erwarten. In Japan liegt die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, allgemein bei 35 Prozent.

Dem Expertengremium zufolge traten auch Stress, Herzprobleme und andere Krankheiten infolge von Evakuierungen auf. © dpa/aerzteblatt.de

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