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Politik

Vergleich von COVID-19-Impfung mit Zyklon B: AfD schließt Mitglied aus

Dienstag, 9. März 2021

/picture alliance, Daniel Karmann

München/Wien – Die bayerische AfD hat ein Mitglied, das vor der KZ-Gedenkstätte Mauthausen eine COVID-19-Impfung mit dem Einsatz des tödlichen Giftgases Zyklon B verglichen haben soll, aus der Partei ausge­schlossen.

„Nach Bekanntwerden eines Videos, das von einem AfD-Mitglied auf dem Gelände der Gedenkstätte des KZ Mauthausen gedreht wurde und dessen Inhalt auf anstößige Weise Vergleiche der NS-Zeit mit heuti­gen gesellschaftlichen Gegebenheiten anstellt, hat der Vorstand der AfD Bayern umgehend beschlossen, das besagte Mitglied aus der Partei auszuschließen und die Sache dem Landesschiedsgericht Bayern übergeben“, teilte der AfD-Landesverband heute mit.

Vize-Landeschef Gerd Mannes sagte dazu, bei der Aufnahme von Mitgliedern könne keine Partei in den Kopf eines Menschen schauen. „Umso resoluter haben wir als Vorstand reagiert, als besagtes Video er­schienen ist.“ Man habe schnell und konsequent gehandelt.

„Wir distanzieren uns von jeglichen Vergleichen und missbräuchlicher Verwendung von Begriffen oder Begebenheiten aus der Zeit des Nationalsozialismus. Solche Verbalentgleisungen stehen im Widerspruch zu unserem Parteiprogramm und unserer freiheitlich-demokratischen Grundausrichtung“, erklärte Man­nes.

Der Verfassungsschutz in Österreich ermittelt nach dem Vorfall. „Derartiges in einer Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust zu tun, ist an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten“, sagte Österreichs Innenmi­nister Karl Nehammer (ÖVP). Das Mauthausen-Komitee sah in dem im Außenbereich der Gedenkstätte aufgenommenen Video eine völlig inakzeptable Verharmlosung der Verbrechen des Nationalsozialismus.

In Mauthausen und seinen 49 Außenlagern waren zwischen 1938 und 1945 etwa 200.000 Gefangene schlimmsten Qualen und Erniedrigungen ausgesetzt. Rund 100.000 Menschen starben. Das Ziel der Nazis war die Vernichtung der Insassen durch Arbeit speziell in den Steinbrüchen des Lagers. © dpa/aerzteblatt.de

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