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Politik

Neue Coronaimpf­verordnung in Kraft

Donnerstag, 11. März 2021

/picture alliance, Daniel Kubirski

Berlin – Bei den Coronaimpfungen soll nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mehr Flexibilität möglich werden. „Dafür halten wir an der Priorisierung fest, um besonders Verwundbare zu schützen“, sagte der CDU-Politiker.

„Aber gleichzeitig wollen wir pragmatisch schnelles Impfen möglich machen.“ Dazu werde die Impfver­ord­­nung an neue Erkenntnisse und Entwicklungen angepasst. „Wir müssen die Balance finden: Möglichst viele und möglichst zielgerichtet impfen.“

In der neuen Verordnung, die heute im Bundesanzeiger veröffentlicht werden soll, wird keine Altersbe­gren­zung bezogen auf den Impfstoff von Astrazeneca mehr genannt. Hintergrund ist, dass die Ständige Impfkommission ihn nun auch für Menschen ab 65 Jahre empfiehlt und nicht nur für 18- bis 64-Jährige.

Um möglichst viele Erstimpfungen zu ermöglichen, soll bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Mo­derna der Abstand zur Zweitimpfung von sechs Wochen ausgeschöpft werden – beim Mittel von Astraze­neca von zwölf Wochen. Für Zweitimpfungen schon vereinbarte Termine sind davon aber unberührt, wie es in der Verordnung heißt.

Abweichungen von der Impfpriorisierung sollen zudem künftig möglich sein, um eine dynamische Virus­ausbreitung „aus hochbelasteten Grenzregionen“ zu verhindern. Damit könnten etwa Sachsen, Bayern, das Saarland oder weitere Länder die ganze Bevölkerung in solchen Hotspots an der Grenze impfen, wie es zur Erläuterung hieß. © dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #830245
Hortensie
am Samstag, 13. März 2021, 13:35

Aufweichung der Priorisierung führt zu mehr Todesfällen bei den Älteren

Offenbar ist den Verantwortlichen noch nicht bewußt, dass die alten Menschen noch lange nicht geimpft sind.
Sie können oftmals selbst keinen Termin vereinbaren. Wer kann schon nachts sich an den PC setzen, um einen Termin VIELLEICHT online zu ergattern?
Man muss nämlich auch auf andere Impfzentren, die weiter weg liegen ausweichen können und das bedeutet für alte Menschen immer, dass sie einen Fahrer benötigen, der bereit ist, statt der 15 km ins nächsten Zentrum 60 km zu fahren.
Wenn man dann, wie hier in BW, die nachfolgenden Impfgruppen schon "aufmacht", ist das Chaos bei der Terminvergabe noch größer.
Tagelang erscheint am Bildschirm, tagsüber und nachts: "Virtueller Warteraum".
Hoffentlich wählen die verärgerten alten Menschen dann dementsprechend andere Parteien und nicht die, die ihnen dies "eingebrockt" haben. Man kann nämlich auch links der politischen Mitte Alternativen finden.
Avatar #659853
klresch
am Donnerstag, 11. März 2021, 19:36

Priorisierung aufweichen ist ein menschenverachtender, tödlicher Irrweg!

Zunächst sind die zunehmenden Stellungnahmen verantwortlicher (?) Politiker zu Gunsten eines Abweichens von der evidenzbasiert festgelegten Priorisierung eine Bankrotterklärung! Die drei Priorisierungsgruppen machen ein Drittel der Gesamtbevölkerung aus. Zu welcher Art von Bananenrepublik ist Deutschland verkommen, dass man es nicht organisiert bekommt, den wenigen Impfstoff an dieses Drittel zu verimpfen!
Das Impfen jüngerer Personen geht nach Adam Riese derzeit noch automatisch zu Lasten Älterer. Was das bedeutet, kann jeder mit den Zahlen des rki (altersstratifizierte Todesfälle) und destatis (Anzahl Einwohner in den verschiedenen Altersdekaden) leicht nachrechnen. Mit den Daten aus Tabelle 4 des Situationsberichts vom 9.3. errechnen sich die relativen Risiken, an einer SARS-CoV-2-Infektion zu versterben (wenn man das Risko der 20-39jährigen als 1 zu Grunde legt) für: 40-49 = 4,8, 50-59 = 17,4, 60-69 = 64; 70-79 = 231; 80-89 = 816; über 90 = 2437 (odds ratios sind aus statistischen Gründen so gut wie identisch). Legt man 0-39 zu Grunde, resultiert annähernd eine Verdoppelung des relativen Risikos aller höheren Altersgruppen. Vergleicht man mit Hilfe der Daten dieser Tabelle vom Beginn diesen Jahres das Jahr 2020 mit dem bisherigen Zeitraum 2021, ist der Anteil der Todesfälle in den verschiedenen Altersdekaden unverändert: 23,1% aller Todesfälle entfallen auf die über 90jährigen, 69,7% auf die über 80jährigen, 89,0% auf die über 70jährigen und 96,6% auf die über 60jährige. Nach Impfung der drei priorisierten Gruppen sinkt also voraussichtlich die Corona-Letalität um über 95% (da zusätzlich Hochrisiko-Personen jüngeren Alters berücksichtigt werden.
Ob die Verantwortlichen jemals darüber nachgedacht haben, wie sehr sie mit dem Aufweichen der Priorisierung auch die eigenen Eltern und Großeltern gefährden, wie sie das diesen Menschen gegenüber begründen?
Wer hier nicht die ethisch einzig möglichen Schlüsse zieht, handelt zynisch und menschenverachtend!
Avatar #736177
Robert IV
am Donnerstag, 11. März 2021, 11:23

besonders Verwundbare zu schützen?

mein 88 Jahre alter Vater soll bereits am 27.04.2021 in laschetschen Fantasia- und Faschingland geimpft werden. Die Stinkblasen der Politiker sind menschenverachtend!
LNS
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