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Medizin

SARS-CoV-2: Operationen ab der 7. Woche wieder sicher

Mittwoch, 10. März 2021

/Damian, stock.adobe.com

Birmingham – Patienten haben in den ersten sechs Wochen nach einer überstandenen Infektion mit SARS-CoV-2 ein erhöhtes Risiko, nach einem chirurgischen Eingriff schwere postoperative Komplikatio­nen zu erleiden. Eine internationale Kohortenstudie kommt in Anaesthesia (2021; DOI: 10.1111/anae.15458) zu dem Ergebnis, dass die postoperative Sterberate ab der 7. Woche nicht mehr erhöht ist.

Viele Kliniken haben auf dem Höhepunkt der COVID-19-Epidemie die Zahl ihrer chirurgischen Eingriffe auf ein Minimum begrenzt. Zum einen sollten die Patienten vor einer peri-operativen Infektion geschützt werden, zum anderen haben viele Patienten Termine für nicht notwendige Operationen aus Angst vor einer Ansteckung abgesagt.

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Dass diese Angst nicht ganz unbegründet war, hatten die im Juni des vergangenen Jahres veröffentlich­ten Ergebnisse der „COVIDSurg Collaborative“ gezeigt. Die Initiative war zu Beginn der COVID-19-Pan­demie gegründet worden, um die Erfahrungen aus verschiedenen Kliniken zusammenzutragen.

Überall hatten die Chirurgen die Erfahrung gemacht, dass die postoperative Mortalität bei mit SARS-CoV-2 infizierten Patienten deutlich erhöht war. Damals starben nicht weniger als 23,8 % der Infizierten. Die Sterblichkeitsrate betrug 19,1 % nach elektiven Eingriffen und 26,0 % nach Notfalloperationen. Etwa 14,3 % der Todesfälle wurden auf SARS-CoV-2 zurückgeführt, bei jedem zweiten Patienten war es zu Lungenkomplikationen gekommen.

In der aktuellen Publikation hat das Team um Dmitri Nepogodiev von der Universität Birmingham unter­sucht, wie lange das postoperative Sterberisiko nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 erhöht bleibt. Die Forscher werteten die Daten von 140.727 Patienten aus, die an 1.674 Krankenhäusern in 116 Ländern (mit deutscher Beteiligung) im Oktober 2020 operiert wurden. Darunter waren 3.137 Patienten, bei de­nen in den Wochen davor eine Infektion mit SARS-CoV-2 dokumentiert worden war, die aber nicht not­wendigerweise mit Symptomen, also COVID-19 einhergegangen war.

Weil die meisten Patienten ihre akute Infektion überwunden hatten, war die Sterblichkeit deutlich gerin­ger als in der ersten Studie, die im Frühjahr letzten Jahres auf dem Höhepunkt der ersten Welle durchge­führt wurde. Dennoch war die 30-Tages-Sterblichkeit in den ersten Wochen nach der dokumentierten Infektion erhöht.

Nepogodiev ermittelt für die ersten 2 Wochen nach der Diagnose von SARS-CoV-2 eine 30-Tages-Sterb­lichkeit von 4,0 %, in der 3. und 4. Woche lag sie weiterhin bei 4,0 %, um dann nach 5 bis 6 Wochen auf 3,6 % und nach 7 bis 8 Wochen auf 1,5 % zu sinken. Sie lag dann auf dem Niveau der Kontrollgruppe, die nicht mit SARS-CoV-2 infiziert war.

Bei den Patienten, die weiterhin Symptome zeigten, war die 30-Tages-Sterblichkeit mit 6,0 % höher als bei Patienten, die sich von der Erkrankung erholt hatten (2,4 %) und denen, die niemals Symptome gezeigt hatten (1,3 %).

Nepogodiev rät deshalb, Operationen in den ersten 6 Wochen nach der Diagnose von SARS-CoV-2 nach Möglichkeit zu vermeiden. Personen, die weiterhin Symptome zeigen, sollten auch nach dieser Frist nicht operiert werden.

Diese Regel gelte nicht für alle Patienten. Bei Krebsoperationen oder anderen nicht aufschiebbaren Eingriffen müssen die Risiken durch die zurückliegende Infektion mit SARS-CoV-2 gegen die Nachteile eines Aufschubs der Operation abgewägt werden. © rme/aerzteblatt.de

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