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Medizin

SARS-CoV-2: Allergische Reaktionen auf mRNA-Impfstoffe bleiben selten

Mittwoch, 10. März 2021

/picture alliance, Laci Perenyi

Boston – Da die beiden RNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna die ersten ihrer Art sind, die beim Menschen eingesetzt werden, stehen sie unter besonderer Beobachtung, vor allem, weil die An­wen­dung in der Öffentlichkeit mit schweren allergischen Reaktionen in Verbindung gebracht wird.

Die Erfahrungen an mehr als 60.000 Angestellten einer großen Klinikkette in den USA, die jetzt im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA, 2021; DOI: 10.1001/jama.2021.3976) publiziert wurden, zeigen, dass sich die guten Ergebnisse aus den Studien im klinischen Alltag bestätigen.

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Insgesamt 64.900 Mitarbeiter von „Mass General Brigham“, einer Klinikkette, zu der mit dem Brigham and Women's Hospital und dem Massachusetts General Hospital 2 der weltweit angesehensten Kliniken gehören, haben bereits die 1. Dosis erhalten: 40 % wurden mit BNT162b2 von Biontech und 60 % mit mRNA-1273 von Moderna geimpft.

Allergische Reaktionen wurden bei 1.365 Mitarbeitern (2,10 %) registriert. Die Rate war mit 2,20 % (95-%-Konfidenzintervall 2,06 % bis 2,35 %) nach der Gabe von mRNA-1273 etwas höher als nach der Gabe von BNT162b2, wo 1,95 % (1,79 % bis 2,13 %) allergische Reaktionen erlitten. Die Differenz war gering, aber statistisch signifikant (p = 0,03). Den Grund konnte das Team um Kimberly Blumenthal vom Massachusetts General Hospital nicht ermitteln.

Zu einer anaphylaktischen Reaktion kam es bei 16 Mitarbeitern (0,025 %; 0,014 % bis 0,040 %): 7 Perso­nen hatten BNT162b2 und 9 mRNA-1273 erhalten. Der Unterschied war nicht signifikant.

Die betroffenen Personen mit Anaphylaxie waren im Durchschnitt 41 Jahre alt und bis auf eine waren alle weiblich (94 %). Laut Blumenthal hatten 10 (63 %) eine Allergie und 5 (31 %) eine Anaphylaxie in der Vorgeschichte.

Bis zum Einsetzen der Anaphylaxie vergingen im Mittel 17 Minuten (Bereich 1-120 Minuten). 1 Patient wurde auf die Intensivstation gebracht, 9 (56 %) erhielten eine intramuskuläre Injektion von Adrenalin. Alle haben sich der Publikation zufolge wieder erholt.

Die Erfahrungen zeigen damit, dass 98 % der Impfungen ohne allergische Reaktionen blieben. Zu einer anaphylaktischen Reaktion kam es bei 2,47 von 10.000 Impfungen. Die Rate war damit etwas höher als von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) angegeben (0,025 bis 0,11 auf 10.000 Impfungen). Die Erfahrungen decken sich allerdings weitgehend mit den Ergebnissen der klinischen Studien. © rme/aerzteblatt.de

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