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Ärzteschaft

Grippeimpfung bei Älteren nicht nur mit Hochdosisimpfstoff

Freitag, 12. März 2021

/picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Damian Dovarganes

Berlin – Ältere Menschen ab 60 Jahren können bei einer Impfung gegen Influenza für die Saison 2021/2022 einen hochdosierten oder einen herkömmlichen inaktivierten, quadrivalenten Influenza-Impfstoff erhalten. Das hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in einer Rechtsverordnung klargestellt, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mitteilte.

Hintergrund sind bei Ärzten entstandene Unsicherheiten darüber, ob ausschließlich der Hochdosis-Impfstoff eingesetzt werden darf. Laut KBV sei nun klar, dass Ärzte ab Herbst beide Vakzine verimpfen können.

Aufgrund der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) und deren Umsetzung in der Schutzimpfungs-Richtlinie durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Ende Januar schien das zunächst nicht möglich. Danach hätten gesetzlich Krankenversicherte ab dem Alter von 60 Jahren nur Anspruch auf den Hochdosis-Grippeimpfstoff und nicht auf einen quadrivalenten Influenza-Impfstoff gehabt.

Die KBV hatte das BMG mehrfach auf die mit der Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie verbundenen Umsetzungsschwierigkeiten hingewiesen. Denn viele Ärzte waren der Empfehlung der Pharmaindustrie, aber auch des BMG gefolgt, und hatten den Influenza-Impfstoff für die Saison 2021/2022 frühzeitig, das heißt bereits vor der Beschlussfassung des G-BA geordert.

Da diese frühzeitigen Bestellungen meist nicht storniert werden konnten, hätte ihnen durch eine zusätzliche Bestellung des neuen Hochdosis-Impfstoffes ein Regress gedroht, weil sie eventuell deutlich mehr Impfstoff vorrätig gehabt hätten, als sie hätten verimpfen können.

Mit der Rechtsverordnung wurde auch geregelt, dass der Hochdosis-Impfstoff Efluelda – trotz der deutlich höheren Kosten – als wirtschaftlich gilt. Für die Vertragsärzte bestehe durch die Klarstellung eine höhere Verordnungssicherheit, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende, Stephan Hofmeister. Für die Bürger gebe es eine höhere Versorgungssicherheit.

Denn durch die Konzentration auf einen Impfstoff für die Altersgruppe der über 60-Jährigen hätte es bei Lieferausfällen schnell zu Versorgungsengpässen kommen können. Hofmeister appellierte in dem Zusammenhang erneut an die Bundesregierung, die Regressregelung bei Impfstoffen zu streichen.

Nach dem Sozialgesetzbuch V können Ärzte in Regress genommen werden, wenn die bestellte Menge an Impfstoffen um mehr als zehn Prozent über der verbrauchten Menge liegt. Die Marke soll nach neuen gesetzlichen Plänen für die Impfsaison 2021/2022 auf 30 Prozent hochgesetzt werden.

Ärzten, die noch keine Grippe-Impfstoffe für die Saison 2021/2022 bestellt haben, rät Hofmeister, dies möglichst umgehend zu tun. Die Bestellungen über die Apotheken müssen bis zum 31. März bei den Herstellern vorliegen. Anderenfalls bestehe das Risiko, dass die Vakzine nicht in vollem Umfang oder nicht rechtzeitig zu Beginn der Impfsaison im Herbst geliefert würden. © may/EB/aerzteblatt.de

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