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Ausland

WHO-Kommission für Aufbau von Weltrat für Gesundheitsbe­drohungen

Dienstag, 16. März 2021

Mario Monti /picture alliance, Giuseppe Lami

Kopenhagen – Eine Sonderkommission der WHO Europa wünscht sich, dass die Lehren aus der Corona­krise zu einer umfassenden Modernisierung der internationalen Zusammenarbeit in Gesundheitsfragen führen.

Man müsse akzeptieren, dass das globale System bei der Eindämmung der Coronaviruspandemie ge­schei­tert sei, schrieb die Kommission um den Vorsitzenden und italienischen Ex-Regierungschef Mario Monti in einem heute veröffentlichten Handlungsaufruf.

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Es brauche neue Strukturen, mit denen auftretende Gesundheitsbedrohungen schnell erkannt und um­gehend darauf reagiert werden könne. Nationale Regierungen und die Weltgemeinschaft müssten jetzt handeln.

Auf dem Weg zu einer besseren Vorbereitung der Welt vor Pandemien und anderen gesundheitlichen Bedrohungen schweben der Paneuropäischen Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung große Veränderungen vor: Unter anderem sprach sie sich für den Aufbau eines interna­tionalen Rates für Gesundheitsbedrohungen nach Vorbild des Weltklimarates IPCC aus.

Mit diesem sollten Risiken ermittelt, bewertet und auf sie reagiert werden, schlug das Gremium vor. Auf G20-Ebene solle zudem in Anlehnung an den Finanzstabilitätsrat FSB ein „Global Health Board“ geschaf­fen werden, das Schwachstellen erkenne, die die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt gefährdeten.

Darüber hinaus müsse ein Umdenken stattfinden, damit Ausgaben für Gesundheit, Soziales, Bildung und Forschung als gute Investitionen betrachtet würden. In der Coronakrise ersichtlich gewordene Ungleich­heiten und Brüche in der Gesellschaft müssten behoben, das Vertrauen in die Institutionen gestärkt wer­den. Letztlich gehe es darum, „einen neuen und ambitionierten Ansatz zu entwickeln, der über alles hinausgeht, was wir bisher getan haben“, hieß es in dem Aufruf.

„Wir haben die Wahl“, erklärte Monti. Man könne die Beweise und das Risiko ignorieren, bei künftigen Pandemien noch härter getroffen zu werden, oder aber die Warnungen beachten und das Gelernte um­setzen.

Die Monti-Kommission ist im August 2020 vom Europabüro der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO ge­schaffen worden, um angesichts der Pandemie Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten.

Der nun in Kopenhagen veröffentlichte Handlungsaufruf ist die erste Erklärung des Gremiums, sie richtet sich an Regierungen, wirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Akteure sowie internationale Organisatio­nen.

Ihren Abschlussbericht an die mehr als 50 Länder der europäischen WHO-Region will die Kommission in diesem September vorlegen. © dpa/aerzteblatt.de

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