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Ärzteschaft

Trauer um Vizepräsidentin der Bundesärztekammer

Mittwoch, 17. März 2021

Heidrun Gitter war Präsidentin der Ärztekammer Bremen und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer. /Jürgen Gebhardt

Berlin – Die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer (BÄK) und Präsidentin der Ärztekammer Bremen (ÄKHB), Heidrun Gitter, ist tot. Sie verstarb vorgestern über­raschend, aber nach schwerer Krankheit, im Alter von 60 Jahren.

„Die Ärzteschaft in Deutschland trauert um eine sehr liebenswürdige Kollegin und leidenschaftliche Kämpferin für ein patientengerechtes Gesundheitswesen“, sagte BÄK-Präsident Klaus Reinhardt. Gitter habe sich für die dafür notwendigen humanen ärztlichen Arbeitsbedingungen mit größtem persönlichem Engagement in den Gremien der Selbstverwaltung wie auch gegenüber den politischen Institutionen eingesetzt.

„Dieser stets beherzte berufspolitische Einsatz hat ihr die verdiente Anerkennung weit über ihren Be­rufs­stand hinaus zu Teil werden lassen. Heidrun Gitter ist viel zu früh von uns gegangen. Wir werden ihr immer ein ehrendes Andenken bewahren“, sagte Reinhardt.

Man verliere mit Heidrun Gitter eine Persönlichkeit, die stets mit größtem persönlichen Einsatz, hohem Sachverstand, viel Optimismus und einer großen Portion Humor die Belange der Ärzteschaft vertreten habe, hieß es von der Ärztekammer Bremen.

Als Vizepräsidentin der Bundesärztekammer und Präsidentin der Ärztekammer Bremen hat sich Gitter unentwegt für humane Arbeitszeiten und die Akzeptanz von Teilzeitmodellen stark gemacht. Sie war eine Kritikerin überbordender Büro­kratie und warb stets für die ärztliche Freibe­ruflichkeit.

Besonders engagierte sich Gitter für die ärztliche Weiterbildung. Ihr Ziel war eine zeitlich realisti­sche, aber dennoch anspruchsvolle Weiterbildung. Stets ermutigte sie junge Ärzte, ärztliche Hal­tung zu zeigen und sich gegen die Auswirkungen eines mehr und mehr kommerzialisierten Gesundheits­wesens zu stellen.

„Heidrun Gitter wird uns als eine geschätzte Kollegin und engagierte Kämpferin für die Belange der Ärztinnen und Ärzte in Erinnerung bleiben“, sagte Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes.

Unvergessen bleibe ihr kämpferischer Einsatz für die tarifpolitische Eigenständigkeit des Marburger Bundes in der Auseinandersetzung mit den Arbeitgeberverbänden. „Ihre mutige Entschlossenheit und Leidenschaft für die gemeinsame Sache ist beispielgebend und bleibt uns Ansporn und Verpflichtung zugleich“, so Johna.

Heidrun Gitter wurde am 16. Oktober 1960 in Bremen geboren. Von 1978 bis 1984 studierte sie Human­medizin und Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln sowie der Wayne State Medical School im US-amerikanischen Detroit.

1986 promovierte sie in Köln. Im gleichen Jahr nahm sie ihre Arbeit als Ärztin an der Kinderchirurgi­schen Klinik des Zentralkrankenhauses St.-Jürgen-Str. in Bremen auf, bevor sie 1989 nach Wiesbaden zur Chirurgischen und Unfallchirurgischen Klinik der Dr. Horst-Schmidt-Kliniken wechselte.

1993 erhielt sie ihre Anerkennung als Ärztin für Chirurgie und kehrte zur Kinderchirurgischen Klinik des Zentralkrankenhauses St.-Jürgen-Str. in Bremen zurück. Seit 1996 war Heidrun Gitter Oberärztin, seit 2004 leitende Oberärztin der Klinik für Kinderchirurgie und -urologie am Klinikum Bremen-Mitte. Ihre Anerkennung als Ärztin für Kinderchirurgie erhielt sie im Jahr 1999.

Daneben engagierte sich Heidrun Gitter leidenschaftlich in der Berufspolitik. So war sie seit 1996 Mit­glied der Delegiertenversammlung der Ärztekammer Bremen und gehörte seit dem Jahr 2000 dem Vor­stand der Ärztekammer Bremen an. Im Januar 2008 wurde sie zur Vizepräsidentin und vier Jahre spä­ter zur Präsidentin der Ärztekammer Bremen gewählt.

Von 1996 bis 2018 war sie auch Erste Vorsitzende des Landesverbandes Bremen des Marburger Bundes. Im Mai 2019 wählten die Abgeordneten des 122. Deutschen Ärztetages in Münster Heidrun Gitter zur Vizepräsidentin der Bundesärztekammer. © may/EB/aerzteblatt.de

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