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Gallengangatresien bei Kindern: App unterstützt bei Früherkennung

Freitag, 19. März 2021

Professor Dr. Claus Petersen (links) und Dr. Omid Madadi-Sanjani, MHH-Klinik für Kinderchirurgie./Karin Kaiser, MHH

Hannover – Ärzte der Klinik für Kinderchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben zusammen mit der Techniker Krankenkasse (TK) eine App entwickelt, die Eltern und Ärzte unter dabei unterstützen soll, eine Gallengangsatresie bei Neugeborenen rasch zu erkennen.

Die Gallengangsatresie ist ein irreversibler Verschluss der ableitenden Gallenwege, der binnen weniger Wochen zu einer Zerstörung der Leber bei neugeborenen Kindern führt. „Die einzige Chance, diese Ent­wicklung aufzuhalten, liegt in einer rechtzeitigen Diagnose“, sagte Omid Madadi-Sanjani, Oberarzt in der MHH-Kinderchirurgie.

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MHH und TK hatten seit Dezember 2016 in einem Pilotprojekt mit der Unterstützung durch den „Verein leberkrankes Kind“ mehr als 200.000 Stuhlkarten zur Früherkennung der Gallengangatresie an alle sta­tionären niedersächsischen Geburtskliniken verschickt. Die Ärzte dort haben sie in das „Gelbe Heft“ ein­gelegt, in dem die U-Untersuchungen der Kinder dokumentiert werden.

Klinik und Kasse haben dieses Projekt jetzt weiterentwickelt und die kostenlose App „Lebercheck für Babys“, entwickelt. „Digital ist die Stuhlkarte per App immer dabei und steht damit bundesweit allen Eltern zur Verfügung“, sagte Dirk Engelmann, Leiter der TK-Landesvertretung Niedersachsen.

Mittels der App können Eltern über einen Farbvergleich entscheiden, ob die Stuhlfarbe des Kindes auf­fällig ist. Sie sollen dann rasch einen Kinderarzt konsultieren, der eine Blutuntersuchung veranlasst. Gibt es dabei ebenfalls Auffälligkeiten, sollte das Kind sofort an ein ausgewiesenes Zentrum für pädi­atrische Gastroenterologie und Hepatologie überwiesen werden, hieß es aus der MHH.

Die Stuhlfarbe des Neugeborenen wird zwar im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung „U3“ zwischen der dritten und achten Lebenswoche mit den Eltern besprochen. „Dieser Zeitpunkt kann für den Erhalt der Leber der Neugeborenen aber schon zu spät sein. Hier sehen wir eine Versorgungslücke, und die wollen wir mit der App schließen“, erläuterte Engelmann.

„Wird das Kind in den ersten 60 Lebenstagen von einem qualifizierten Team operiert, können heute etwa 50 Prozent der Kinder langfristig mit ihrer eigenen Leber überleben“, betonte Omid Madadi-Sanjani, der das Projekt in der MHH-Kinderchirurgie leitet. Andernfalls benötigten sie eine Lebertransplantation, so der Experte. © hil/aerzteblatt.de

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