NewsMedizinWie Antidepressiva im Gehirn wirken
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Wie Antidepressiva im Gehirn wirken

Dienstag, 11. Mai 2021

Brain derived neurotrophic Factor (BDNF) /molekuul.be, stock.adobe.com

Freiburg – Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg haben gemeinsam mit einer internatio­nalen Arbeitsgruppe einen neuen Mechanismus beschrieben, über den Antidepressiva im Gehirn wirken. Sie berichten darüber im Fachmagazin Cell (2021; DOI: 10.1016/j.cell.2021.01.034).

Die internationale Arbeitsgruppe unter Mitarbeit von Claus Normann, Stefan Vestring und Tsvetan Serchov von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg konnten bei Mäusen zeigen, dass Antidepressiva direkt an den Rezeptor für ein Wachstumshormon namens „Brain derived neurotrophic Factor“ (BDNF) binden.

Dadurch kommt es zu einer verbesserten Aktivität in Hirnregionen, die bei depressiven Patienten beeinträchtigt sind. Dies gilt offenbar für unterschiedliche Arten von Wirkstoffen, unter anderem für Selektive Serontonin-Wideraufnahmehemmer (SSRI).

Bisher ging man davon aus, dass die Antidepressiva über eine Erhöhung des Botenstoffes Serotonin im Gehirn wirken. Es blieb laut den Forschern jedoch „völlig unklar, wie das genau funktioniert“. „Mit dem BDNF-Rezeptor als Andockstelle können wir erstmals direkt erklären, wie Antidepressiva wirken und warum es so lange dauert, bis die Wirkung einsetzt“, erklärt Normann, Forschungsgruppenleiter an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Die Wissenschaftler zeigten, dass die Antidepressiva über den BDNF-Rezeptor in einen zentralen Lern- und Anpassungsmechanismus des Gehirns eingreifen, der als synaptische Plastizität bezeichnet wird.

„Das Gehirn kann durch die Stimulation des BDNF neue, positive Informationen aus der Umwelt oder bei Psychotherapien wieder besser aufnehmen und erholt sich aus seinem depressiven Zustand“, erläutert Normann. Die Bindungsstelle benötige einen normalen Cholesterinspiegel, um optimal aktiv werden zu können. Wie das Team zeigte, verformen hohe, aber auch zu niedrige Cholesterinspiegel den BDNF-Rezeptor, so dass die Wirkstoffe schlechter binden.

Die Erkenntnisse ermöglichen laut den Forschern die gezielte Suche nach neuen Wirkstoffen, die an den BDNF-Rezeptor binden und die Therapie von Depressionen verbessern könnten. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
VG WortLNS LNS LNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER