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Medizin

Hypnose könnte gegen Angst auf der Intensivstation wirken

Montag, 10. Mai 2021

Blick in die Intensivstation des Uniklinikums Jena (Symbolfoto)/ UKJ

Jena – Hypnotische Suggestionen könnten Angst und Stress bei Patienten reduzieren, die intensiv­medizinisch behandelt werden müssen. Das berichten Psychologen der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Fachmagazin Intensive Care Medicine (DOI: 10.1007/s00134-021-06364-8).

In ihrer Studie konzentrierten sich die Jenaer Wissenschaftler auf Erkrankte, die nicht-invasiv beatmet werden mussten, sondern eine Atemmaske erhielten. Sie schlossen 31 Patienten ein, 14 Frauen und 17 Männer.

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„Wir führen den Patienten in einen hypnotischen Zustand, indem wir ihm beispielsweise sagen, dass er sich auf seine Atmung konzentrieren soll und dass ihm die Maske dabei helfe“, erläuterte die Studien­leiterin Barbara Schmidt vom Institut für Psychologie der Universität. Die Forscher berücksichtigten das besondere Umfeld der Intensivstation und deuteten störende Reize positiv um: So seien piepende Monitore keine angsteinflößenden Geräusche mehr, sondern Zeichen dafür, dass sich hier sehr gut um die Patienten gekümmert werde.

Nach der Einleitung der Hypnose führten sie die Patienten zudem in ihrer Vorstellung an einen Ort, an dem sie sich sicher und geborgen fühlen. „Durch eine sogenannte posthypnotische Suggestion verban­den wir zudem das Druckgefühl der Atemmaske mit diesem Wohlfühlort, so dass sich ein ähnliches Sicherheitsgefühl ausbreitete, sobald der Patient die Atemmaske erneut aufsetzte – ohne dabei hypnotisiert zu sein“, so Schmidt.

Vor und nach dem Versuch ließen die Forschenden die Patienten ihr subjektives Wohlbefinden bewerten. Darüber hinaus zeichneten sie die körperlichen Signale wie Atem- und Herzfrequenz während der hypnotischen Suggestionen auf.

Nach der nur 15 Minuten andauernden Intervention während der Beatmung stellten die Jenaer Wissen­schaftler fest, dass der Stress der Patienten signifikant reduziert, ihr Wohlbefinden verbessert und physiologische Werte wie Atemfrequenz und Herzrate positiv beeinflusst waren.

Die Arbeitsgruppe stellt eine kostenfreie Audiodatei zur Verfügung, die Intensivpersonal nutzen kann, um ihren Patienten die suggestive Therapie per Kopfhörer zukommen zu lassen. „Ungarische Forscher erzielten mit dem Text bereits sehr gute Ergebnisse. So konnten sie etwa die Dauer des Aufenthalts auf der Intensivstation und der künstlichen Beatmung dank der Suggestion verkürzen“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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