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Situation psychisch Erkrankter „massiv“ verschlechtert

Dienstag, 23. März 2021

/TheVisualsYouNeed, stock.adobe.com

Leipzig – Im zweiten Lockdown haben sich sowohl der Krankheitsverlauf als auch die Versorgung psy­chisch erkrankter Menschen massiv verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe in einer heute in Leipzig vorgestellten Untersuchung.

44 Prozent der befragten Personen mit einer diagnostizierten Depression berichteten demnach von einer Verschlechterung in den vergangenen Monaten. Auch für Menschen ohne psychische Erkrankung sei die aktuelle Situation deutlich belastender als im vergangenen Frühjahr, hieß es weiter.

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Viele Menschen zögen sich zurück, die Sorgen um die berufliche Zukunft und die familiäre Belastung nähmen zu. Bei der Entscheidung über Maßnahmen gegen das Coronavirus dürften die Verantwortlichen „den Blick nicht nur auf das Infektionsgeschehen verengen“, mahnte der Vorstandsvorsitzende der Stif­tung, Ulrich Hegerl. „Es müssen auch Leid und Tod systematisch erfasst werden, die durch die Maßnah­men verursacht werden.“

22 Prozent der Befragten mit depressiver Erkrankung berichteten von ausgefallenen Terminen beim Fach­arzt, 18 Prozent von ausgefallenen Sitzungen bei einem Psychotherapeuten. 22 Prozent der Befrag­ten in einer akuten depressiven Phase gaben an, keinen Behandlungstermin zu bekommen – während des ersten Lockdown waren es 17 Prozent.

Fast alle Menschen mit Depressionen (89 Prozent) beklagten fehlende soziale Kontakte; dies entspricht einem Anstieg um 15 Prozentpunkte im Vergleich zum ersten Lockdown. Von Bewegungsmangel berich­teten 87 Prozent (+ sieben Prozentpunkte). Acht Prozent erklärten, sie hätten Suizidgedanken gehabt.

Die Suizidversuche, von denen 13 Personen berichteten, rechneten die Forscher auf die Gesamtbe­völke­rung hoch: Demnach hätte es seit September vergangenen Jahres etwa 140.000 Suizidversuche allein unter depressiven Personen gegeben. Besonders diese Zahlen bereiteten ihm Sorge, betonte Hegerl.

Auch die Allgemeinbevölkerung leidet laut der Analyse: 71 Prozent erklärten, die Situation bedrücke sie. Vor einem Jahr sagten dies 59 Prozent, im Sommer 36 Prozent der Befragten.

Fast die Hälfte (46 Prozent) der Befragten bezeichneten ihre Mitmenschen als rücksichtsloser als sonst (Frühjahr: 40 Prozent). Jeder Dritte sprach von Sorgen um seine berufliche Zukunft, ein Viertel von star­ker familiärer Belastung. Befragt wurden 5.135 Personen zum Zeitraum zwischen September 2020 und Februar 2021. © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #833365
HartmutSteeb
am Freitag, 9. April 2021, 15:01

Suizidrate

Wie kommen solche Studien in die Hand der Politiker, die offenbar immer noch nicht genügend Lockdown haben? Wer gibt ihnen diese Informationen?
Avatar #103574
mkohlhaas
am Dienstag, 30. März 2021, 10:33

Kann doch garn nicht sein

Eine Depression ist doch eine "Stoffwechselstörung im Gehirn die genetisch bedingt ist"

https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/stoerungen-erkrankungen/depressionen/ursachen/

oder stimmt das alles gar nicht ?
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