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Stationäre COVID-19-Patienten oft mangelernährt: Aufnahmescreening empfohlen

Freitag, 26. März 2021

/picture alliance, Jefferson Bernardes

Berlin – Bei der Aufnahme von COVID-19-Patienten sollten Ärzte auf Anzeichen für eine Mangeler­näh­rung achten, speziell wenn die Patienten von der Intensivstation kommen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) hin und empfiehlt ein generelles Screening.

Studiendaten aus der ersten Welle der Coronapandemie zeigen, dass ein hoher Anteil der stationär ver­sorgten COVID-19-Patienten Anzeichen für eine Mangelernährung aufweist. Dem Bericht franzö­sischer Mediziner in Clinical Nutrition ESPEN (Clinical Nutrition Espen 2020; DOI: 10.1016/j.clnesp.2020.09.018) zufolge waren 42,1 Prozent der auf einer Normalstation aufgenommenen COVID-19-Patienten mangel­ernährt – 18,4 Prozent sogar gravierend.

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Von den Patienten, die zuvor auf der Intensivstation gepflegt worden waren, waren sogar zwei Drittel mangelernährt. Zur Beurteilung einer Mangelernährung verwendeten Dorothée Bedock vom Hôpital Universitaire Pitié Salpêtrière in Paris und ihre Koautoren die Kriterien der Global Leadership Initiative on Malnutrition (GLIM).

Ob der schlechte Ernährungszustand der Patienten von der COVID-19-Erkrankung herrührte oder bereits zuvor bestanden hatte, konnte im Rahmen der Studie allerdings nicht unterschieden werden. „Es ist je­doch anzunehmen, dass er durch die Krankheit zumindest verstärkt wurde“, sagte Matthias Pirlich, 2. Vizepräsident der DGEM.

COVID-19 bringe viele Symptome mit sich, die das Essen erschweren – wie etwa Geruchs- und Ges­chmacks­verlust, starke Abgeschlagenheit und Übelkeit. Gleichzeitig sei der Energie- und Nährstoff­verlust aufgrund von Durchfällen und hohem Fieber groß. Die ausgeprägte Entzündungsreaktion führe zu einem Abbau der Muskulatur.

Auch wenn die Bedeutung der beobachteten Mangelzustände für den weiteren Krankheitsverlauf noch unklar ist, wertet die Fachgesellschaft den hohen Anteil mangelernährter COVID-19-Patienten als deut­liches Alarmsignal.

Die Fachgesellschaft empfiehlt deshalb, COVID-19-Patienten bereits bei der Aufnahme in die Klinik auf ihren Ernährungszustand hin zu untersuchen und sie bei Bedarf während des stationären Aufenthaltes ernährungsmedizinisch zu betreuen. © nec/aerzteblatt.de

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