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Brasilien meldet erstmals mehr als 3.000 Coronatote an einem Tag

Mittwoch, 24. März 2021

Menschen über 70 Jahren, die in langen Schlangen stehen, wird eine Coronaimpfung auf der Straße von Rio de Janeiro verabreicht./picture alliance, Fernando Souza

Rio de Janeiro – Die Zahl der Coronatoten in Brasilien hat mit 3.158 Opfern innerhalb von 24 Stunden einen neuen Tagesrekord erreicht. Das berichten Medien gestern Abend. Zudem wurden rund 85.000 Neuinfektionen gemeldet.

Am Abend kam es daraufhin während einer Fernsehansprache von Präsident Jair Messias Bolsonaro zu Protesten. Bolsonaro hat die Pandemie bisher heruntergespielt; angesichts sinkender Umfragewerte setzt er nun aber auf Coronahilfen und die Beschaffung von Impfstoffdosen.

Derzeit scheint die Pandemie in Brasilien außer Kontrolle geraten zu sein. Am 10. März wurde erstmals die Marke von 2.000 Toten pro Tag überschritten, am 16. März war mit 2.798 Toten der bisherige Tagesre­kord aufgestellt worden.

In den vergangenen Tagen verzeichnet Brasilien rund ein Viertel aller Coronatoten weltweit, obwohl die 210 Millionen Brasilianer nur 2,7 Prozent der Weltbevölkerung darstellen. Heute wird die Marke von ins­gesamt 300.000 Coronatoten innerhalb von zwölf Monaten überschritten.

Bolsonaro sprach von „unermüdlichen Bemühungen der Regierung“, um die hohen Todeszahlen zu redu­zieren. „2021 wird das Jahr der Impfungen“, so Bolsonaro, der sich jedoch weigert, sich selbst impfen zu lassen.

Bis Jahresende würden mehr als 500 Millionen Impfdosen bereitstehen, um alle Brasilianer zu impfen, versprach der Präsident. Experten halten diese Prognose angesichts stockender Impfstofflieferungen für nicht erreichbar.

In vielen Städten wurde Bolsonaros Ansprache von Protesten begleitet. Empörte Bürger stellten sich an ihre Fenster, schlugen auf Kochtöpfe und beschimpften den Präsidenten.

Um wieder an Popularität zu gewinnen, hat die Regierung neue Coronanothilfen auf den Weg gebracht. Ab Mitte April werden vier Monatsraten an Bedürftige ausgezahlt, rund 23 Euro für Alleinstehende, 38 Euro für Familien und 57,50 Euro für alleinerziehende Mütter.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Regierung Hilfen ausgezahlt. Allerdings waren die Beträge damals mehr als doppelt so hoch. Neben einem Umfragehoch für Bolsonaro sorgten die Hilfen dafür, dass Brasi­liens Wirtschaft in 2020 nur um 4 Prozent einbrach. Ohne die Hilfen wäre es wahrscheinlich das Doppelte gewesen.

Dass die jetzigen Hilfen einen ähnlichen Effekt haben werden, ist zweifelhaft: Die Zahl der Berechtigten wurde von damals 68 Millionen – also einem Drittel aller Brasilianer – auf nun 46,6 Millionen Berech­tig­te reduziert. © kna/aerzteblatt.de

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