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Medizin

Astrazeneca korrigiert Angaben zu Wirksamkeit von Coronavakzin

Donnerstag, 25. März 2021

/picture alliance, Jaap Arriens

Washington – Nach Zweifeln an einer großangelegten US-Studie zur Wirksamkeit des Coronaimpfstoffs von Astrazeneca hat das Pharamunternehmen seine Angaben korrigiert. Der Impfstoff schütze zu 76 statt 79 Prozent vor einer Coronainfektion mit Symptomen, wie das Unternehmen gestern mitteilte.

Zuvor hatten US-Experten hervorgebracht, dass bei der Studie möglicherweise veraltete Daten zum Ein­satz gekommen seien. Gegen schwere COVID-Erkrankungen sei der Impfstoff weiterhin zu 100 % wirk­sam, erklärte das Unternehmen gestern. Astrazeneca hatte am vergangenen Montag das Ergebnis seiner Phase-3-Studie in den USA bekanntgegeben.

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Ein internes Kontrollgremium hatte jedoch Bedenken geäußert, dass durch das Einbeziehen von „veralte­ten Informationen“ ein „unvollständiges Bild der Wirksamkeit vermittelt“ worden sein könnte, teilte das US-Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) vorgestern mit. Astrazeneca wehrte sich ge­gen den Vorwurf und kündigte die rasche Bereitstellung weiterer Daten an.

An der Studie nahmen den Angaben zufolge 32.449 Probanden teil, von denen 2/3 geimpft wurden. Rund 20 % der Teilnehmer waren 65 Jahre oder älter und rund 60 % hatten Vorerkrankungen wie Dia­be­tes, die das Risiko eines schweren Verlaufs einer COVID-19-Erkrankung erhöhen. Ein erhöhtes Thrombo­serisiko wurde bei den 21.583 Probanden, die mindestens eine Impfdosis erhielten, nicht festgestellt.

In den USA ist der Impfstoff von Astrazeneca noch nicht zugelassen. Das Unternehmen hatte angekün­digt, auf der Grundlage der neuen Studiendaten nun eine Notzulassung zu beantragen. Die Zweifel an den Studiendaten sind für Astrazeneca ein weiterer herber Dämpfer: Nach der EU-weiten Zulassung des Impfstoffs Ende Dezember hatten Deutschland und andere Mitgliedsländer die Nutzung zunächst für Menschen bis 64 Jahre eingeschränkt, weil für ältere Menschen nicht genügend Daten vorlagen.

Erst Anfang März gaben Deutschland und auch andere EU-Länder das Mittel auf Grundlage neuer For­schungsdaten auch für ältere Menschen frei.

Nach Berichten über Blutgerinnsel im zeitlichen Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen hatten Deutschland und zahlreiche andere Länder die Impfungen Mitte März dann ganz gestoppt. Die Euro­päi­sche Arz­neimittelagentur (EMA) bekräftigte nach einer erneuten Überprüfung aber ihre Einschätzung, dass der Impfstoff „sicher und wirksam“ sei.

Die meisten Länder nahmen die Impfungen daraufhin wieder auf. Weil er relativ günstig ist und bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden kann, ist der zusammen mit der Universität Oxford entwickelte Impfstoff von Astrazeneca eigentlich ein wichtiger Bestandteil der Impfstrategien vieler Länder. © afp/aerzteblatt.de

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