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Ausland

Bundeswehr bringt 80 Atemgeräte für COVID-19-Erkrankte nach Brasilien

Montag, 29. März 2021

Der Airbus A310 der Flugbereitschaft des Bundesministerium der Verteidigung wird auf dem Flughafen Manaus in Brasilien im Rahmen der Hilfeleistung gegen COVID-19 mit Beatmungsgeräten für Brasilien entladen./ picture alliance, Jane Schmidt

Berlin – Mit einem Hilfsflug der Bundeswehr sind 80 Beatmungsgeräte aus Deutschland im besonders schwer von der Coronapandemie betroffenen Brasilien angekommen. Die Hilfsgüter seien in der Stadt Manaus entladen worden, teilten die Luftwaffe und das Auswärtige Amt vorgestern Abend auf Twitter mit. „Für uns ist klar: Die globale Pandemie lässt sich nur gemeinsam besiegen“, erklärte Bundesvertei­digungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) auf Twitter.

Manaus ist die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas, der innerhalb des südamerikanischen Landes besonders viele COVID-19-Fälle hat. Bis gestern starben binnen 24 Stunden 3.438 Menschen in Brasilien an oder mit einer Coronavirusinfektion, wie aus einer Berechnung von AFP auf Grundlage von Behör­denangaben hervorgeht. Am Freitag war mit 3.650 Toten ein neuer Höchststand erreicht worden.

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Damit starben bereits mehr als 310.000 von über 12,4 Millionen Infizierten in dem südamerikanischen Land. Dies ist die zweithöchste Opferzahl weltweit, nur in den USA starben noch mehr Menschen an den Folgen der Krankheit.

Vor allem seit Februar hat sich die Lage in Brasilien nochmals deutlich verschärft. Zum einen halten viele Menschen die Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht ein, zum anderen ist die mit­tlerweile in dem südamerikanischen Land grassierende Virusvariante P1 offenbar deutlich ansteckender als der ursprüngliche COVID-19-Erreger.

Kritiker machen auch Brasiliens rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro für die dramatische Lage verantwortlich. Seit Pandemie-Beginn hat er die Gefahr durch das Virus heruntergespielt, erst am Donnerstag erneuerte er seine Kritik an den Lockdownmaßnahmen in mehreren Bundesstaaten.

Zudem kommt die Impfkampagne im Land nur langsam voran. Brasilien hat erst Mitte Januar mit den Coronaimpfungen begonnen. Demnächst sollen neben den Impfstoff von Astrazeneca und dem chine­sischen CoronaVac auch selbst entwickelte Vakzine zum Einsatz kommen.

Der Gouverneur des Bundesstaates São Paulo, João Doria, verkündete am Freitag, das unter Aufsicht seiner Regierung stehende biomedizinische Institut Butantan werde ab Mai 40 Millionen Dosen eines Coronaimpfstoffs namens ButanVac produzieren. Sie könnten ab Juli zum Einsatz kommen, wenn das Vakzin von der Aufsichtsbehörde Anvisa eine Zulassung erhalte.

„ButanVac ist eine Antwort auf diejenigen, die die Wissenschaft leugnen und das Leben negieren“, sagte Doria offenbar mit Blick auf Bolsonaro. Doria gilt als möglicher chancenreicher Herausforderer des Staatschefs bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr.

Nur wenige Stunden nach Dorias Ankündigung teilte Bolsonaros Forschungsminister Marcos Pontes mit, dass die brasilianische Regierung in mehrere heimische Coronaimpfstoffe „investiert“ habe und das für einen von ihnen bereits ein Antrag auf Zulassung klinischer Tests gestellt worden sei.

Es handelt sich laut Pontes um ein Mittel, das von der medizinischen Fakultät in Ribeirão Preto entwickelt wurde, die ebenfalls im Bundesstaat São Paulo liegt. © afp/aerzteblatt.de

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