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Ausland

Olympia-Gastgeber Japan drängt EU zu Lieferung von Coronaimpfstoff

Montag, 29. März 2021

Japans Impfminister Taro Kono. /picture alliance, Kyodo

Tokio – Japan hat die Europäische Union knapp vier Monate von den Olympischen Spielen in Tokio vor Verzögerungen bei der Lieferung von Coronaimpfstoffen gewarnt. In einem Interview der Nachrichten­agentur AP drängte Japans Impfminister Taro Kono die EU angesichts von Engpässen in Europa heute, für stabile Exporte nach Japan zu sorgen. Anderenfalls drohe Schaden für die Beziehungen.

Japan, das den Impfprozess deutlich später als andere Länder begann, will am 23. Juli die Olympischen Spiele in Tokio eröffnen. Japans Regierung hatte erklärt, auch ohne Impfungen gegen das Coronavirus die Spiele im Sommer durchzuziehen.

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Doch ob das Land die bis dahin geplante Zahl an Impfdosen erhalten wird, gilt als unsicher. Bisher hat Japan lediglich den Biontech/Pfizer-Impfstoff genehmigt und ist damit abhängig von Importen aus der EU. Kono erklärte zwar, die Olympischen Spiele spielten für die Impfplanungen der Regierung keine Rolle. Er sei jedoch „äußerst besorgt, dass unsere freundschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und der EU beeinträchtigt würden, wenn eine Sendung (nach Japan) ausgesetzt würde“, wurde Minister Kono weiter zitiert.

Obwohl Japan die EU wiederholt zu einer Gesamtgenehmigung für den Export des Biontech/Pfizer-Impfstoffs aufgefordert hat, erteilt die EU eine Genehmigung weiterhin nur für jede einzelne Lieferung des Impfstoffs. Eine sogenannte Herdenimmunität bis zu den Olympischen Spielen gilt in Japan jetzt schon als nahezu ausgeschlossen.

Um das eigene Volk gegen eine Ausbreitung des Coronavirus zu schützen, hat Japan bereits ausländische Fans, Athletenfamilien sowie die meisten internationalen Helfer von den Spielen ausgesperrt. Auch die Zahl der offiziellen Gäste soll deutlich eingeschränkt werden.

Eine Impfpflicht haben Japan und das Internationale Olympische Komitee (IOC) zwar ausgeschlossen. Sie drängen aber darauf, dass sich so viele Beteiligte wie möglich freiwillig impfen lassen. © dpa/aerzteblatt.de

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