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Politik

Evangelischer Krankenhausverband fordert patientenzentrierten regionalisierten Umbau des Gesundheitswesens

Montag, 29. März 2021

/Racle Fotodesign, stock.adobe.com

Berlin – Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) fordert, deutliche Lehren für das Gesundheitswesen aus der Coronapandemie zu ziehen und dieses regionalisiert umzubauen und patientenzentrierter zu gestalten.

„Die Mitarbeitenden aller Berufsgruppen haben gezeigt, dass sie verantwortlich, kompetent, kreativ und flexibel auf die konkrete Situation vor Ort reagieren können. Die Eigenverantwortung der Organisationen vor Ort sollte gestärkt werden“, erklärte der DEKV-Vorsitzende Christoph Radbruch.

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Die Erfahrungen aus der Coronazeit zeigten, wie ein Neuanfang im Gesundheitswesen gelingen könne, betonte er. Basis müsse eine transparente regionale Planung sein, bei der die Organisationen vor Ort nicht nur mehr Verantwortung übernähmen, sondern sektorübergreifend in Versorgungsnetzwerken zusammenarbeiteten.

Dabei sollten die Versorgungsangebote konsequent an regionalen Kriterien wie der Morbidität und der Bevölkerungsstruktur ausgerichtet sein. „Damit dies möglich wird, muss eine kleinräumige regionale Versorgungsbedarfsforschung ermöglicht und gefördert werden. Nur so ist es möglich zu entscheiden, welche Versorgungsleistungen die Patienten in der Region und vor Ort benötigen“, so Radbruch.

Diese Daten müssten Krankenhäusern und Krankenkassen für ihre Entscheidungen zur Patienten­versorgung frei zugänglich sein. Darüber sollte eine evidenzbasierte Erfolgskontrolle dafür sorgen, die Versorgungsqualität und die Patientensicherheit zu gewährleisten und zu verbessern.

„Diese Verände­rungen würden in vielen Bereichen des Gesundheitswesens einen Neuanfang nach der Krise bedeuten“, sagte Radbruch. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #722321
Hennighausen
am Dienstag, 30. März 2021, 01:27

Theorie gut - Praxis fraglich

Die dargelegte Auffassung ist von der Überlegung her, "geboren im Seminarraum", mit Sicherheit gut. Diese in die Wirklichkeit umzusetzen dürfte, zumindest aktuell, sehr schwer oder gar unmöglich sein. Wenn die elektronische Gesundheitskarte etabliert ist, hätte man eine Datengrundlage, aber dann müssten die Patienten auch zustimmen, aber auch hier könnten Probleme auftreten.
Die große Frage "Wer zahlt ein derartiges Unterfangen?" ist auch nicht beantwortet. Und wenn man Daten hat, "wer entscheidet, was zu tun ist, wer muss sich etwas sagen lassen, und wer haftet, wenn ein beschlossener Plan in einem Desaster endet?" Ich persönlich habe an mehreren Netzwerktreffen mit dem Ziel der bessern Kooperation, von einer Stiftung ins Leben gerufen, teilgenommen: Zu Anfang waren circa 10 Teilnehmende anwesend, zuletzt nur noch vier, die Moderatorin inbegriffen. Es war durchaus interessant und auch fruchtbar, sich mit den KollegInnen auszutauschen, ich konnte vermitteln, dass Patienten mit Diabetes nicht mehr unbedingt alle Jahre eine augenärztliche Untersuchung brauchen, mehr an Effekt konnte ich aber nicht wahrnehmen. Nicht wenige Praxen sind wirtschaftlich am Limit (steigende Kosten, Budget, überbordende Bürokratie etc.), da kann man den Praxen nicht noch mehr Arbeit aufbürden, ohne dass diese ausreichend bezahlt wird ("eine Arztpraxis ist keine Heilsarmee oder ein Wohlfahrtsverband", die Praxisinhaber*innen haften finanziell mit ihrem Eigenheim!).
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