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Ausland

Minister Müller bei der WHO – Keine Zusage von Impfstoffspenden

Montag, 29. März 2021

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). /picture alliance, Bernd von Jutrczenka

Genf – Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat bei einem Besuch in Genf internationale Solidarität bei der gerechten Verteilung von Coronaimpfstoffen gefordert. Er sprach unter anderem mit dem General­direktor der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Corona sei zu einer "Polypandemie" geworden, die neben einer Gesundheits- auch eine tiefe Wirtschafts­krise ausgelöst und die Armut verstärkt habe, so der Minister. Wegen des Lockdowns brächen Versorgungs­ketten zusammen und Impfungen gegen andere Krankheiten wie Malaria oder Tuberkulose blieben aus. "Wir erwarten alleine in Afrika rund zwei Millionen Tote zusätzlich in diesem Jahr", betonte Müller. Zudem seien auf dem Kontinent etwa 300 Millionen Arbeitsplätze gefährdet oder bereits verloren.

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Tedros wiederholte seine Bitte, dass reiche Länder in den nächsten zwei Wochen Impfstoffdosen spenden, damit auch Gesundheitspersonal in ärmeren Ländern geimpft werden kann. Darauf ging Müller nicht ein. Auf die Nachfrage, ob er im Namen Deutschlands oder der EU eine Zusage gemacht habe, antwortete Müller, es sei wichtig, die Produktionskapazitäten auszubauen. In Deutschland seien acht Prozent der Bevölkerung geimpft, damit liege das Land allenfalls im Mittelfeld.

„Wir dürfen uns nicht auf uns selbst zurückziehen in den reichen Ländern“, sagte der CSU-Politiker. Mehr als 70 Prozent der Impfdosen, die zur Zeit zur Verfügung stehen, befänden sich in den zehn reichsten Ländern, sagte er.

Einige Länder hätten sich deutlich mehr Impfdosen gesichert, als sie benötigten. „Das ist nicht die Solida­rität, die dieses Virus stoppen wird“, fügte er hinzu. Müller verwies darauf, dass neben dem Impfstoff 35 Milliarden Dollar fehlen, um die Impfprogramme weltweit zu organisieren.

Er appellierte an alle Länder – und namentlich die USA, China und Russland – mehr zu tun. Auch die EU müsse noch mehr tun. © dpa/kna/aerzteblatt.de

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