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Uniklinik Dresden digitalisiert Medikationsprozess für onkologische Therapien

Dienstag, 30. März 2021

/Sherry Young, stock.adobe.com

Dresden – Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden hat den Medikationsprozess für onko­logische Therapien nach eigenen Angaben lückenlos digitalisiert und standardisiert.

Die Klinikapotheke des Universitätsklinikums stellt pro Jahr rund 45.000 Chemotherapie-Zubereitungen bereit – individuell für jeden Patienten. Dabei handelt es sich häufig um farblose Flüssigkeiten in Infusionsbeuteln, die leicht verwechselt werden können.

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„Die umfassende Digitalisierung ist ein extremer Qualitätssprung und erhöht die Sicherheit für unsere Patienten“, erläutert Martin Bornhäuser, Direktor der Medizinischen Klinik I des Uniklinikums Dresden und einer der geschäftsführenden Direktoren am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC).

Ärzte, Apotheker und Pflegekräfte arbeiteten jetzt in einem System zusammen. „Das Besondere ist, wie weitgehend die Software am Uniklinikum Dresden implementiert wurde. Im Sinne eines so genannten Closed Loop Medication Management bildet sie den gesamten onkologischen Medikationsprozess ab“, erklärt Gunnar Folprecht, Leiter des Fachbereichs Onkologie der Medizinischen Klinik I des Uniklinikums Dresden.

Zu den Informationen und Arbeitsschritten, die elektronisch erfasst werden, zählt beispielsweise die Auswahl des für den jeweiligen Patienten geeigneten Therapieprotokolls durch den behandelnden Arzt. Über eine Schnittstelle zum Laborprogramm des Klinikums werden Laborwerte des Patienten in die Software übermittelt, die hiervon ausgehend die Dosierung der Medikamente berechnet.

Werden vordefinierte Grenzwerte bei den Laborwerten – etwa bei Nierenwerten oder der Anzahl der weißen Blutkörperchen – überschritten oder unterschritten, löst dies eine Warnmeldung aus. Nach Freigabe durch den behandelnden Arzt wird die Verordnung durch einen Apotheker nochmals auf Plausibilität geprüft und anschließend jeder Herstellungsschritt der Krebsmedikamente in der Apotheke innerhalb des Systems dokumentiert. Das fertige Medikament wird mit einem individuellen QR-Code versehen. Erst nach Freigabe durch einen weiteren Apotheker wird das Medikament zur Verabreichung an die onkologische Tagesklinik oder die jeweilige Station ausgeliefert.

Auch die Verabreichung der Medikamente wird lückenlos dokumentiert: Über eine App können Pflege­kräfte auf einem mobilen Endgerät mit zusätzlicher Handscanner-Funktion den Therapieplan des jeweiligen Patienten aufrufen.

Der Plan zeigt an, in welcher Reihenfolge und zu welchem Zeitpunkt sie welches Medikament verabrei­chen sollen. Die Pflegefachkraft scannt dafür den Barcode auf dem entsprechenden Krebsmedikament und anschließend einen patientenspezifischen Barcode. Dieser wird individuell für jeden Patienten generiert und auf dem Patientenarmband aufgedruckt.

Die Digitalisierung des gesamten Medikationsprozesses hat insgesamt drei Jahre gedauert. „Dabei haben wir uns als Vertreter aller beteiligten Berufsgruppen wöchentlich eng über die genaue Ausgestaltung der digitalen Erfassung abgestimmt. Dieser enge Austausch hat auch die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Pflegekräften und Apothekern noch einmal deutlich gestärkt“, so Folprecht. © hil/aerzteblatt.de

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