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Ärzteschaft

Nur die Hälfte der Arztpraxen fühlt sich gut vorbereitet für ePA-Start

Dienstag, 30. März 2021

/M.Dörr & M.Frommherz, stock.adobe.com

Potsdam – Wenige Monate bevor alle Arztpraxen verbindlich die elektronische Patientenakte (ePA) anbieten müssen, fühlt sich erst rund jede zweite Arztpraxis in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gut gewappnet für die ePA-Einführung.

Die andere Hälfte der niedergelassenen Ärzte fühlt sich hingegen noch nicht gut vorbereitet, weil noch eine oder mehrere technische Voraussetzungen für den ePA-Anschluss fehlen. Das ergab eine Umfrage der AOK Nordost unter rund 700 niedergelassenen Arztpraxen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

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Zum 1. Juli sind alle niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte gesetz­lich verpflichtet, ihre Praxen an die ePA anzubinden. In Berlin und Brandenburg fühlen sich rund 50 Prozent der telefonisch befragten Arztpraxen gut dafür vorbereitet. In Mecklenburg-Vorpommern liegt dieser Wert nur bei 38 Prozent.

Bislang befindet sich die ePA noch in einer Testphase. „Die elektronische Patientenakte hat das Potenzial, die Behandlungsqualität zu optimieren und Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Doch nur wenn die Ärztinnen und Ärzte von der ePA überzeugt sind, werden sie ihren Patientinnen und Patienten die Nutzung der ePA auch empfehlen. Deshalb engagieren wir uns bei diesem Thema“, sagte Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost.

Konkret werde das Team der Arztberater der AOK Nordost in den kommenden Monaten rund 3.000 Arztpraxen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern kontaktieren und mit Informationen zum ePA-Anschluss versorgen. Bei Bedarf bieten die Arztberater auch Unterstützung an.

Die Umfrage unter 700 Arztpraxen liefert auch Informationen dazu, wo konkret es beim ePA-Anschluss noch hapert. So verfügen zwar 72 Prozent der Arztpraxen laut Eigenangabe bereits über einen für die Telematik-Infrastruktur zugelassenen Konnektor. Bislang hat aber nur ein Bruchteil der Praxen das notwendige Konnektorupdate erhalten, um die ePA auch nutzen zu können.

Hier müssten, so betont die AOK Nordost, noch Voraussetzungen geschaffen werden. Ein entsprechend aktualisiertes Kartenlesegerät ist in 67 Prozent der Praxen vorhanden. In Mecklenburg-Vorpommern liegen die Werte hier signifikant niedriger als in Berlin und Brandenburg.

Nachholbedarf gibt es in allen drei Bundesländern auch noch beim elektronischen Heilberufsausweis (eHBA). Ärzte müssen ihn bei der zuständigen Lan­des­ärz­te­kam­mer beantragen, um die ePA nutzen zu können. Erst 34 Prozent der befragten Ärzte haben den eHBA bereits, 36 Prozent haben ihn beantragt. 27 Prozent der befragten Ärzte haben sich noch nicht um dieses Thema gekümmert.

Auch beim notwendigen Update des Praxisverwaltungssystems (PVS) sollten die Arztpraxen laut AOK Nordost insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern aktiver werden, um Strafzahlungen im dritten Quartal zu vermeiden.

Erst in 22 Prozent der befragten Praxen ist das Update bereits erfolgt, 34 Prozent haben es beantragt. In Berlin und Brandenburg haben rund ein Drittel der Arztpraxen ihrem PVS-Dienstleister noch keinen entsprechenden Auftrag erteilt. In Mecklenburg-Vorpommern liegt dieser Wert sogar bei 63 Prozent. © EB/aha/aerzteblatt.de

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OMiche
am Montag, 12. April 2021, 15:09

Innovationsgeschwindigkeit in Deutschland

Es ist sehr schade zu sehen, wie problematisch die Einführung eines eigentlich so "einfachen" Systems in Deutschland ist. Natürlich dauert die Migration von solchen Datenmengen und auch die Anbindung oder der Umbau veralteter IT-Systeme können problematisch sein. Vielfach stehen hier aber Themen wie "Datenschutz" dem Fortschritt mehr im Weg als die eigentliche Arbeit. Digital Health bietet so viel mehr als die zentrale Datenerfassung (auch wenn dies schon ein großen Mehrwert bedeutet). Wenn man dann aber beginnt diese Daten auch auszuwerten und darauf basierend Vorhersagen zu treffen eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten: https://daily-advice.de/blog/digital-health/

Ich hoffe, dass wir uns in Deutschland nicht weiterhin so viele Steine in den Weg legen und die Innovationen die uns wirklich helfen können daran scheitern.
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