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Hamburger UKE-Intensiv-Chef Kluge fordert harten Lockdown

Dienstag, 30. März 2021

/picture alliance, Bodo Marks

Hamburg – Der Direktor der Klinik für Intensivmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, hat sich mit Blick auf die SARS-CoV-2-Infektionszahlen für einen harten Lockdown ausge­sprochen.

„Selbst mit diesen Beschränkungen, die jetzt ja noch gelten, kriegen wir das nicht in den Griff. Dieser Anstieg jeden Tag – der wird immer schlimmer“, sagte der Mediziner gestern Abend dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen.

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Sogar mit einem harten Lockdown werde der „Bremsweg mehrere Wochen lang“ sein. Er gehe auf Basis von Berechnungen davon aus, dass die Kliniken in den kommenden Wochen deutlich mehr Intensivpa­tienten behandeln werden müssen als in der zweiten Welle. „Daher sollte man wirklich sicherlich jetzt (...) absolute Kontaktsperre und Kontaktreduzierung durchsetzen. Das geht anscheinend nur mit einem Lockdown.“

In Hamburg gebe es etwa 550 Betten für Intensivpatienten. Auf den Intensivstationen der Hamburger Krankenhäuser wurden laut Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) heute Vormittag 91 Coronapatienten behandelt; davon mussten 57 invasiv beatmet werden. „Der Altersdurchschnitt verschiebt sich jetzt so ganz langsam. Im Schnitt liegt er bei unseren Patienten am UKE bei 56 Jahren“, sagte Kluge dazu.

Die Neuaufnahmen seien mit der britischen Mutation infiziert, über die man noch nicht viel wisse. „Wir wissen aber aus Großbritannien, dass die Liegezeiten eher länger sind und dass die Sterblichkeit höher ist. Also das Virus ist schon deutlich gefährlicher.“

Als problematisch sieht Kluge zudem, dass durch die Coronaintensivpatienten andere Patienten auf den Intensivstationen weniger Platz haben werden. „Wir kommen jetzt bald an die 100 ran und dann ver­drängen die COVID-19-Intensivpatienten die anderen Patienten. Und wir müssen ja Notfallbetten vorhalten für Schlaganfälle, Herzinfarkte und dringende Operationen. Und das wird immer schwieriger.“ © dpa/aerzteblatt.de

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