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Medizin

Parodontitis kann bei jüngeren Erwachsenen auf Hypertonie hinweisen

Montag, 19. Juli 2021

/picture alliance, Claudia Otte

London – Jüngere Patienten mit einer Parodontitis hatten in einer Fall-Kontroll-Studie doppelt so häufig einen erhöhten Blutdruck. Die Zahnmediziner regen deshalb in Hypertension (2021: DOI: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.120.16790) an, dass ihre Kollegen bei allen Patienten mit Parodontitis den Blutdruck messen.

Dass eine schlechte Mundhygiene häufig auf eine arterielle Hypertonie hinweist, ist nicht neu. Im letzten Jahr hatte ein Team um Francesco D’Aiuto vom Eastman Dental Institute in London die Ergebnisse früherer Studien in einer Metaanalyse zusammengefasst. Sie ermittelten damals ein um 49 % erhöhtes Risiko.

Inzwischen haben die Forscher eine eigene Fall-Kontroll-Studie durchgeführt. Darin vergleichen sie 250 Patienten mit einer schweren generalisierten Parodontitis (mehr als 50 % der Zähne betroffen) mit 250 anderen Patienten ohne Parodontitis. Die Teilnehmer waren mit 35 Jahren relativ jung. Dennoch hatten viele einen erhöhten Blutdruck. Laut Eva Muñoz Aguilera und Mitarbeiter lagen die systolischen Blut­druckwerte bei den Parodontitispatienten um 3,36 mm Hg höher. Beim diastolischen Blutdruck betrug der Anstieg im Mittel 2,16 mm Hg.

Insgesamt 14 % der Parodontitispatienten hatten einen systolischen Blutdruck von 140 mm Hg oder mehr, der von kardiologischen Fachverbänden als behandlungsbedürftige Hypertonie vom Grad 1 eingestuft wird. In der Kontrollgruppe hatten 7 % einen systolischen Blutdruck von 140 mm Hg oder höher. Aguilera ermittelt eine adjustierte Odds Ratio von 2,3, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,15 bis 4,60 signifikant war.

Die Forscherin vermutet, dass die chronische Erkrankung der Gingiva zu einer systemischen Entzündung führt, die dann die Blutgefäße schädigt. Das ist zwar plausibel, lässt sich aber in der Studie nicht bele­gen. Die Serumkonzentration des C-reaktiven Proteins war zwischen beiden Gruppen nicht signifikant unterschiedlich.

Die Zahnmediziner waren auch nicht in der Lage, die bekannten anderen Risikofaktoren wie viszerale Adipositas, Salzaufnahme, Verwendung entzündungshemmender Medikamente, Hormonbehandlungen oder Stress in ihrer Fall-Kontroll-Studie zu berücksichtigen, da sie im Rahmen einer zahnärztlichen Untersuchung nicht erfasst werden.

So bleibt es möglich, dass die schlechte Mundhygiene nur eine Facette eines ungesunden Lebensstils ist, der unabhängig voneinander zu einer Parodontitis und zu einer arteriellen Hypertonie führen kann. © rme/aerzteblatt.de

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